Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe überlegt, als Waldbesitzer bin ich meinem 84-jährigen Familienmitarbeiter nach wie vor dankbar, auch heute mit der Seilwinde im Wald unterwegs zu sein, und ich hoffe unfallfrei. Ich möchte erwähnen, bei Waldarbeit haben wir immer die Vorstellung, dies mit Maschinen und Prozessoren durchzuführen. Aber Waldarbeit ist in vielen Teilen Handarbeit, egal, ob es die Forstämter oder Privatpersonen sind. Ich bin für jeden Unfall, der im Wald verhindert wurde, dankbar. Es gibt den einen oder anderen schweren Unfall im Wald. Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass bei Landesforsten und bei vielen anderen, auch bei Firmen, die Waldarbeit unfallfrei vonstattengeht. Es ist eine gefährliche Arbeit, die ausgeführt wird. Das gehört zur Besprechung eines Waldzustandsbericht 2025. Ich habe als privater Waldbesitzer überlegt: Wo ist der Staat, so wie es suggeriert wurde, der mir als privater Waldbesitzer in irgendeiner Form eingreift? Ich habe nichts gefunden. Ich nehme an keinem Förderprogramm teil als privater Waldbesitzer. Es ist eine Möglichkeit, an Förderprogrammen des Bundes und des Landes teilzunehmen. Kommunen und Gemeinderäte haben die Möglichkeit, an Förderprogrammen teilzunehmen oder nicht. Aber hier zu suggerieren, dass in Rheinland-Pfalz die Politik den Waldbesitzern Vorgaben macht und eingreift, ist falsch, muss als falsch deklariert und so angesprochen werden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FDP, vereinzelt bei der SPD und vereinzelt bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wenn wir uns den Wald anschauen, dann schauen wir auf ein Jahr zurück. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir nur eine kurze Zeit anschauen, dann sage ich, Wald ist für mich eine hundertjährige Betrachtungsweise. Aber in der Kurzzeitbetrachtung haben wir drei, vier dürre Jahre gehabt. Ich bin dem Herrgott dankbar, dass wir in den letzten drei Jahren keine Fortsetzung dieser Katastrophe hatten. (Abg. Martin Haller, SPD: So ist es!) Im Westerwald kann man das eindrucksvoll sehen. Ich wollte mir nicht ausmalen, heute darüber zu reden, wenn es so weitergegangen wäre. Schön ist, dass es nicht so weitergegangen ist und wir im Waldzustandsbericht positive Dinge berichten können, meine sehr geehrten Damen und Herren. Natürlich ist das Augenmerk auf eine Langfristpolitik im Wald eines der richtigen Rezepte. Bezüglich Waldumbau haben wir immer viel hier gehört. Wer macht den Waldumbau? Wir entscheiden über den einen oder anderen Haushaltstitel. Wir entscheiden über die Ausbildung von Försterinnen und Förstern in Rheinland-Pfalz, was wir in den letzten Jahren positiv auf den Weg gebracht haben. Denken wir nur an Hachenburg, an unsere Forstausbildungsstätte. Wir entscheiden über den Waldumbau mit den Konsequenzen, die 2021 entstanden sind, wenn wir über Wasserrückhaltung reden. Viele positive Dinge sind in vielen Plenardebatten und Ausschusssitzungen vorangetrieben worden. Aber wer führt es letztendlich aus? Es sind die Försterinnen und Förster in den Regionen, in den Forstämtern, die schauen, an welcher Stelle Wasserrückhalt notwendig ist, an welcher Stelle die baulichen Maßnahmen notwendig sind. Es liegt am Personal und an der Qualifikation. Dazu gehört eine großen Portion Leidenschaft unserer Forstbeamtinnen und -beamten, die das ausführen, was wir unter einem Haushaltstitel zur Verfügung stellen. Daher muss doch erst einmal der große Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Forstbehörden und der -ämter gehen, die tagtäglich unterwegs sind. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Da gestern meiner Meinung nach aus einem anderen Blickwinkel die Jagd angesprochen worden ist – ich habe da meine persönlichen Erfahrungen in den letzten drei, vier Jahren gemacht –, gehört es zur Diskussion über den Waldzustandsbericht, darauf hinzuweisen: Wer über Waldumbau redet, wer über nachhaltige Waldwirtschaft redet, muss auch über die Jagd reden. Wir haben in vielen Bereichen natürlich eine gut funktionierende Jägerschaft und auch eine gut funktionierende Jagd. Wir haben aber auch viele Teilbereiche, in denen es nicht funktioniert. Daher war es richtig, dann auch ein Landesjagdgesetz in Angriff zu nehmen; denn wer hier beim Waldzustandsbericht sagt, dass alles tutti tutti tutti ist, der muss dann aber auch in letzter Konsequenz Antworten geben, wo es nicht funktioniert, wo das Wild dazu beiträgt, dass der Waldumbau nicht funktioniert. (Glocke des Präsidenten) Die Antwort haben wir im letzten Jahr gegeben. Ich habe ein gutes und reines Gewissen, auch im Namen der FDP-Fraktion. Ich sehe für den Wald, wenn der Herrgott und das Wetter mitspielen, noch gute Zeiten, auch in Rheinland-Pfalz, voraus. Vielen Dank. (Beifall der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN)
