Fabian Ehmann
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Waldzustandsbericht ist kein abstraktes Papier. Wir reden über den Wald als unseren natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise. Wir reden über den Wald als ein Ort der Erholung, aber auch über den Wald als ein Stück Heimat für viele Menschen in Rheinland-Pfalz; denn ob die Eifel, der Hunsrück, der Soonwald, der Westerwald, der Pfälzerwald oder der Stadtwald vor Ort: Wir alle haben eine emotionale Bindung zu unseren Wäldern. Sie sind Identifikationsfaktor für unsere Region. Deswegen lohnt es sich, dass wir für den Wald kämpfen und uns dafür starkmachen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP) 2025 gibt uns ein bisschen Grund zur Hoffnung. Es gibt eine leichte Erholung beim Waldzustand. Nach den vergangenen verheerenden Dürrejahren ist das aber nur ein kurzes Durchatmen. Es ist keine Entwarnung. Unsere Wälder bleiben unter Druck. Wir sind zwar dank der vorausschauenden Waldpolitik von Landesforsten und des Umweltministeriums wesentlich besser aufgestellt als viele andere Bundesländer, aber auch wir kommen an den Folgen und den Auswirkungen der Klimakrise nicht vorbei. Die Wahrheit ist, die Klimakrise ist längst da, wird immer schlimmer und betrifft voll unsere Wälder in Rheinland-Pfalz. Auch wenn 2025 feuchter war als die anderen Jahre, reichte das vor allem in der Rheinebene nicht für viele Bäume, sich zu erholen. Viele Bäume ähneln nach den Dürrejahren nach wie vor einem erschöpften Marathonläufer. Man läuft bei heißen Temperaturen ohne ausreichend Wasser, man kämpft, aber man wird zunehmend schwächer. Deswegen brauchen unsere Wälder weiterhin unsere volle Unterstützung. Das machen wir mit dem „Klimawald2100“-Programm, mit der Wald-Klima-Offensive. Wir machen uns in der Koalition stark für unsere Wälder. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP) Die Wälder sind mehr als Holz. Sie kühlen unsere Landschaft, halten Wasser zurück, schützen Böden, und sie können CO speichern im Holz und im Waldboden. Das funktioniert aber nur, wenn der Wald nicht dauerhaft im Krisenmodus ist. Natürlich sind sie vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, von den Würmern im Boden bis zu den Eichhörnchen in den Baumkronen. Wir handeln seit Jahren nach dem Credo „Vielfältige statt einfältige Wälder, Waldumbau statt Wegschauen und Nachhaltigkeit statt kurzfristiger Gewinn“. Diesen Weg der nachhaltigen Waldwirtschaft müssen wir in Rheinland-Pfalz weitergehen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Darum sage ich klar, unser Ziel bleibt weiterhin ein gesunder und klimaresilienter Mischwald, der seine Funktionen für uns Menschen und für seine Natur erfüllen kann. Das Pflänzchen des klimaresilienten Waldumbaus müssen wir deswegen weiter pflegen. Wer den Wald schützen will, muss vor allem die Ursachen für die Klimakrise anpassen. Das heißt, konsequenter Klimaschutz ist Waldschutz, und Waldschutz ist auch Klimaschutz. Gleichzeitig müssen wir im Wald selbst klug handeln. Genau hier liefert uns das Forschungsprogramm „Klimawald2100“ entscheidende Erkenntnisse. Nicht alle Wälder sind gleich, aber jeder Hektar Wald in Rheinland-Pfalz zählt. Standort, Böden, Wasserhaushalt: Das entscheidet, was wirkt. Es gibt keine Patentlösung für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, aber eine klare Richtung. Wir müssen das Wasser im Wald halten, Störungsflächen vorausschauend entwickeln, natürliche Wiederbewaldung unterstützen, standortangepasst, vielfältig und zukunftsfest. Darum ist die Klimawaldoffensive, die wir in der Koalition gestartet haben, so wichtig. Fünf Mal 10 Millionen Euro für den Wald in den nächsten fünf Jahren sind 50 Millionen Euro für unsere Wälder und unsere Heimat in Rheinland-Pfalz. Wir setzen deswegen an den richtigen Stellen an, Aufforstung regionaler Klimaschutzwälder, gerade in waldarmen Regionen, mehr Wasserrückhalt für unsere Wälder, zum Beispiel durch das Schließen von alten Entwässerungsgräben, Waldumbau hin zu mehr Vielfalt und CO -Bindung durch Holzbau, damit Kohlenstoff langfristig gebunden bleibt. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, der Bericht zeigt, es gibt eine Verschnaufpause, aber keine Entwarnung. Die Frage ist jetzt, ob wir weiter die richtigen Konsequenzen ziehen, konsequenten Klimaschutz, konsequenten Waldumbau, konsequenten Wasserrückhalt und eine Politik, die unsere Wälder schützt und damit auch ein Stück Heimat und Identifikation für die Menschen in Rheinland-Pfalz bewahrt. Packen wir es an. Danke schön. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
