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Michael Ludwig

CDU 29.01.2026 Sitzungen 18/102

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Auch der Waldzustandsbericht 2025 gibt uns keinen Grund, sorglos in die Zukunft zu schauen. Die Schadensmerkmale, wir haben es eben gehört, haben sich leicht relativiert, aber der Wald steht weiter unter Stress. Die leichte Verbesserung der Zahlen ist positiv. Wir dürfen aber bei der Zukunft des Waldes weiterhin ordentlich Hand anlegen und in vielen Bereichen, denke ich, mehr. Was braucht denn unser Wald? Unser Wald braucht Betreuung und Bewirtschaftung; (Beifall der CDU) denn konsequente Waldbewirtschaftung ist aus unserer Sicht der beste Klimaschutz. Für diese schwierige Aufgabe, die übrigens regional völlig unterschiedlichen Gegebenheiten gerecht werden muss, wollen wir eine Lanze brechen. Es besteht Handlungsbedarf – Klima-Wald-Offensive hin oder her –, dass man den Schwerpunkt auf die bestehenden Wälder legen sollte, anstatt vielleicht neue Wälder anzulegen. Hier haben wir unerledigte Hausaufgaben zur Genüge, auch wenn Landesforsten aus unserer Sicht einen guten Job macht. Ein gesunder gemischter Wald speichert Kohlenstoff effizienter als eine Stilllegung. Kritiker betonen, dass für den Klimaschutz der Schutz von alten, naturnahen Wäldern entscheidend ist, da diese den höchsten Kohlenstoffvorrat besitzen. Der Schlüssel liegt in der Bilanz zwischen Nutzung und Schutz, und da mögen wir sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein. Eine konsequente, nachhaltige Waldbewirtschaftung wird von Praktikern, Waldbesitzern und Waldbauern als der effektivste Weg gesehen, um die Schutzfunktion des Waldes nachhaltig mit dem Klimaschutz zu vereinen. (Beifall der CDU) Warum das Ganze? Weil es den Entwicklungsprozess unserer Wälder deutlich beschleunigt, und das ist wichtig. Wald aktiv verjüngen, das bringt uns Zeit: Zeit für Kohlenstoffspeicherung, für Speicherung in Holzprodukten, für Substitutionseffekte. Bewirtschaftung bedeutet heute oft naturnahe, aber eben Bewirtschaftung. Dabei werden Bodengesundheit, Wasserhaushalt und Biodiversität gezielt gefördert und um Lebensraumfunktionen bereichert. Aber darum geht es uns gar nicht. Es geht um Handlungen, die wir aus den sich seit Jahren entwickelnden Zahlen ableiten und einleiten, kein Weiter-so bis zum Waldzustandsbericht 2026/2027/2028. Landesforsten ist bemüht, aber wir können, so denken wir, vieles besser einsetzen. Wir müssen arbeiten, handeln, wo wir die größten Effekte erzielen. Das ist eine Mammutaufgabe, indem wir nämlich die Wälder bewirtschaften, die unbewirtschaftet brach liegen. (Beifall der CDU) Wir untersuchen, wir forschen: Das ist alles in Ordnung, aber die Ergebnisse müssen in die Umsetzung kommen. Was können wir mehr machen? Wie bekommen wir mehr PS auf die Straße? Also, was haben wir? Wir haben klimaangepasstes Waldmanagement. Da kann man sich darüber streiten, ob die Stilllegung von 5 % der richtige Weg ist. Man kann sich darüber streiten, ob Mittel irgendwo hingeleitet werden, wo sie nicht gebraucht werden. Wir haben die Klima-Wald-Offensive. Ja, 10 Millionen Euro pro Jahr über fünf Jahre sind ein Anfang: Wasserrückhalt – wichtig –, Holzbauförderung – wichtig –, Aufforstung und Neuanlage von Wäldern – halte ich in Anbetracht dessen, dass wir viele andere Aufgaben haben, für nicht notwendig – und Waldumbau. Wir haben das Projekt „Klimawald2100“. „Wald und Wasser“ – das passt zur Klima-Wald-Offensive –, „Entwicklung Buchenwaldökosysteme“ – passt –, „Entwicklung klimainduzierter Störungsflächen“ – passt –, und dann haben wir ein Modul 4: „Wissensbasis für Kommunikations- und Partizipationsprozesse“. Da musste ich erst einmal nachlesen, was das ist. Dazu darf ich aus dem Netz zitieren: „was die klimawandelbedingten Veränderungen für die Waldbeziehung der Menschen bedeutet und welche gesellschaftlichen Erwartungen angesichts sichtbarer Klimawandelfolgen an Wald und Waldwirtschaft bestehen.“ Da hat man Waldspaziergänge gemacht, hat Bürger und mit dem Forst Betroffene gefragt, wie ihr Verhältnis zum Wald ist und wie sie das sehen. Wenn ich mir vorstelle, ich gehe bei uns in der Region in der Eifel durch den Wald und frage „Was fühlen Sie denn, wenn Sie durch den Wald gehen?“, dann wird man mich komisch anschauen. Insofern fehlt mir ein bisschen ein Verständnis für Modul 4. Spaziergänge und Befragungen funktionieren vielleicht im Gonsenheimer Wald, aber in vielen Regionen unseres Landes funktioniert das nicht. Ich glaube, wir haben das gleiche Ziel: Steigerung der bewirtschafteten Waldflächen nach den Erkenntnissen der Forschung, (Glocke des Präsidenten) das Ganze regional angepasst und im Sinne der Wälder und im Sinne ihrer wertvollen Biosystemleistungen. Vielen Dank. (Beifall der CDU sowie der Abg. Jutta Blatzheim-Roegler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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