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Josef Winkler

GRÜNE 29.01.2026 Sitzungen 18/102

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin jetzt schon etwas überrascht, Frau Kollegin Moesta, was Sie neben dem Neandertaler alles ausgebuddelt haben und durch einen Wahlsieg ändern wollen. Das gibt die Große Anfrage, über die wir heute sprechen, eigentlich nicht her; denn die FREIEN WÄHLER bleiben sich treu. Mit großem investigativem Gestus wurde hier eine Große Anfrage vorgelegt. Es wurden scheinbar brisante Details zu einem laufenden Verfahren abgefragt, mit dem zu erwartenden Ergebnis: keinem. Überraschung, es ist schließlich ein laufendes Verfahren. Natürlich darf auch das leise Raunen nicht fehlen, Spekulationen, mehr oder weniger geschickt in scheinbar unschuldige Fragen verpackt. Deshalb mache ich in der gebotenen Kürze das, was eigentlich Standard sein sollte. Ich hüte mich vor Spekulationen und bleibe bei den Fakten. Die sehen eben so aus: Die Generaldirektion Kulturelles Erbe hat 2024 ihre Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft überarbeitet und per Dienstanweisung verbindlich gemacht. Seitdem gibt es auch ein Ombudssystem, um möglichen Wissenschaftsbetrug frühzeitig aufzudecken. Das Disziplinarverfahren läuft, das wurde schon gesagt. Da zu laufenden Verfahren keine öffentlichen Ausführungen gemacht werden können, können wir das hier nicht vertiefen, durch mich sowieso nicht, ich habe keine Kenntnis dazu. Das Verfahren dauert, weil die Ermittlungen komplex und im Verlauf neue Handlungen bekannt geworden sind, die ebenfalls auf ein Dienstvergehen hindeuten. So berichtete die Presse. Es deutet einiges darauf hin, dass die Funddatierungen bewusst manipuliert worden sein könnten. Es ist klar, die Datierung des sogenannten Neandertalers von Ochtendung wurde erst dann in Zweifel gezogen, als sich im laufenden Disziplinarverfahren Anhaltspunkte gegen den damaligen Landesarchäologen ergeben haben. Der Fund wurde scheinbar nur wenigen anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgelegt und wegen der Fundangaben nicht angezweifelt. Das war es dann auch schon. Mehr geben die Fakten meiner Meinung nach nicht her, keine neuen skandalösen Enthüllungen, keinen Knalleffekt, auch nicht den von Ihnen gewünschten, Frau Moesta. Ich sehe hier ehrlich gesagt keinen Neuigkeitswert, der es wert gewesen wäre, das jetzt im Plenum zu diskutieren, aber es ist natürlich ein Recht der FREIEN WÄHLER, davon Gebrauch zu machen. Vielleicht fehlt mir aber auch einfach der Sherlock-Holmes-Blick der FREIEN WÄHLER, (Heiterkeit des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) der bisher allerdings noch nicht besonders viel zur Aufklärung beigetragen hat. – Das sehe ich ein bisschen anders als Sie, Herr Schwab. (Zuruf des Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER) Die Öffentlichkeit war schon ganz gut informiert. Sie haben die Medien selbst genannt. Man könnte das noch um ein paar andere Medien erweitern, die in Rheinland-Pfalz erscheinen oder senden. Ich habe bei dem, was Sie herausbaldowert haben, keinen großen Unterschied feststellen können zu dem, was ich bereits gelesen und in den Medien verfolgt hatte. Insofern denke ich, können wir es dabei für heute belassen. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

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