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Marco Weber

FDP 29.01.2026 Sitzungen 18/102

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Erst einmal vielen Dank für die Aktuelle Debatte zum Thema Handwerk. Es steht darin: „Wie schützen wir die ‚Wirtschaftsmacht von nebenan‘?“ Ich habe mir überlegt: Wie schützen wir denn unser Handwerk in Deutschland, in Rheinland-Pfalz, und in Europa? Schützen wir es damit, wenn es um politische Entscheidungen im Europaparlament geht, dass der eine oder andere Europaabgeordnete, der auch wieder Spitzenkandidat in RheinlandPfalz für die FREIEN WÄHLER ist, sich der Abstimmung entzieht, gar nicht da ist? (Abg. Benedikt Oster, SPD: Aha!) Ich meine, man kann gut beim Handwerk sagen, ich setze mich für das Handwerk ein, und geht dann zur Landwirtschaft. – Frau Jeckel, Sie haben gestern noch einmal groß gepostet: Wertschätzung für die Landwirtschaft. – Dann erzählt man bei den Landwirten: Ja, natürlich sehe ich die Gefahren bei Mercosur und allem. – Diese Beliebigkeit des Spitzenkandidaten muss ich zu Beginn meiner Rede erwähnen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wie schützen wir die Wirtschaftsmacht von nebenan? Indem wir uns den Abstimmungen und dem politischen Diskurs stellen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Frau Schneider, ich kann mich an eine Veranstaltung in diesem Monat in Koblenz erinnern. Sie standen direkt an der Bühne, wo Herr Krautscheid zwei für mich bemerkenswerte Sätze gesagt hat. Jeder kennt Herrn Krautscheid. Wie gesagt, Sie standen direkt vor der Bühne. Die Selfies sind alle produziert worden. Aber der Herr Krautscheid, kein Unbekannter, was das Handwerk anbelangt, sagte unter anderem – ich zitiere Herrn Krautscheid mit Erlaubnis der Präsidentin –: „Von dem, was uns als großer Aufbruch nach der Bundestagswahl angekündigt wurde, ist beileibe nicht viel übriggeblieben.“ Das sagt ein Mann, der aus dem Handwerk kommt und da auch noch eine gewisse Stellung in RheinlandPfalz und in Koblenz, in Ihrer Heimat hat. Ich zitiere Herrn Krautscheid noch einmal. Er sagte unter anderem: „[S]chauen wir zurück auf die vergangenen Jahre und unsere Erfahrungen mit der Landesregierung, dürfen wir durchaus zufrieden sein und ich spreche an dieser Stelle gerne auch mal einen Dank aus!“ (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf von dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ui!) Das sagt Herr Krautscheid. Danke schön, danke schön. Dieses Dankeschön nimmt man gern zur Kenntnis, auch wenn man als Abgeordneter hinten, in der letzten Reihe, und nicht in der ersten Reihe steht. Aber ich denke, Sie haben die Sätze vernommen. Kollege Moskopp war auch dort. Wie gesagt, es sind heute schon viele Wahlkampfreden und Wahlprogramme vorgestellt worden. Aber zuerst möchte ich vorstellen und gern aufzählen, was gemacht worden ist, auch im Wirtschaftsministerium, was Herr Dr. Martin nebenbei versucht hat, ein bisschen abzuledern. Ich zähle auf: Förderung der beruflichen Bildung, ÜLU, Aufstiegsbonus, Meisterbonus, DigiBoost Rheinland-Pfalz, Förderung der Digitalisierung, Förderung von Innovationsprogrammen, Förderung beruflicher Weiterbildung, Innovationspreise. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das kann man alles negieren, aber natürlich müssen wir künftig den Bürokratieabbau, die Fachkräfteeinwanderung optimieren, die Meisterpflicht in zwölf Gewerken wieder einführen, den Aufstiegsbonus weiterentwickeln bis hin zum Gründungsdarlehen bzw. zu Tilgungszuschüssen, Praktikumswochen, Landesbestenpreise, die Kampagne „Klimahandwerk“ fortführen, KI-Boost nach dem Vorbild DigiBoost, Unternehmensnachfolge stärker unterstützen, Ausbildungsprämien. Das können Sie alles im Wahlprogramm der FDP nachlesen: wofür wir uns in der nächsten Legislaturperiode einsetzen und worauf wir in den Koalitionsverhandlungen setzen werden, meine sehr geehrten Damen und Herren. Ich habe den Eindruck, dass alle hier nicht nur die Landwirtschaft und den Weinbau unterstützen, sondern zum Handwerk stehen, dass alle jedem Respekt zollen, ob er die Lampe aufhängt bei uns in der Halle, ob er das Dach deckt oder die Dachlatten schneidet. Jeder, der die Ausbildung im Handwerk anfängt, die Courage hat, sich nicht ins Büro zu begeben, sondern sich der Herausforderung zu stellen bei Wind und Wetter, ob warm oder kalt, sich die Hände schmutzig macht, bei der Landmaschinen- oder in der Bauindustrie, den Ölwechsel durchführt, (Abg. Benedikt Oster, SPD: So ist es!) die Kette wieder auf den Kettenbagger schraubt. Dafür stehen wir doch alle ein, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall der FDP, der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das ist ein politischer Konsens, den wir gern in den Details unterschiedlich ausführen können. Herr Kollege Rieger, ich war gestern mit Ihrem Fraktionsvorsitzenden zu der Stunde, als Sie hier abgeledert haben, bei einer Schülergruppe aus der Vulkaneifel. Sie können hier über uns paar FDP-Abgeordnete abledern, wie Sie wollen, aber uns bekommen Sie nicht klein. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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