Petra Schneider
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren! Der Titel dieser Aktuellen Debatte bringt es auf den Punkt: „Ohne Handwerk keine Zukunft“. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER) Ohne die Betriebe von nebenan gibt es keinen Wohnungsbau, keine Energiewende, keine funktionierende Infrastruktur und am Ende auch keinen Wohlstand in Rheinland-Pfalz. Das Handwerk ist Rückgrat unserer sozialen Marktwirtschaft: über 200.000 Beschäftigte, Zehntausende Ausbildungsplätze, Verantwortung für Regionen, für junge Menschen und für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Trotzdem erleben viele Betriebe derzeit genau das Gegenteil von Wertschätzung: zu hohe Energiepreise, zu viel Bürokratie, zu wenige Fachkräfte und zu wenig Verlässlichkeit. Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir das Handwerk schützen wollen, dann müssen wir endlich Rahmen setzen statt Hürden bauen. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER) Erstens: Kosten runter, Planungssicherheit rauf: Energiepreise sind längst zu einem Standortfaktor geworden, der auch das Handwerk massiv belastet. Entlastungen dürfen nicht bei wenigen eigeninitiativen Industrien bleiben und enden. Wir brauchen eine spürbare Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen und einen Transformationssteuertarif, der auch kleine und mittlere Betriebe berücksichtigt. (Beifall bei der CDU) Wer Klimaschutz will, braucht ein wirtschaftlich starkes Handwerk, nicht eines, das an Energiekosten scheitert. Sehr geehrte Damen und Herren, zweitens: Bürokratie abbauen, Vertrauen wiederherstellen. Handwerker wollen arbeiten, nicht Formulare ausfüllen. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER) Bürokratieabbau beginnt bei der Gesetzgebung und muss im Alltag ankommen. Digitale medienbruchfreie Verfahren, Genehmigungsfiktionen statt Warteschleifen, Anzeigeverfahren statt Genehmigungspflichten, wo immer es möglich ist. Im Zweifel gilt nicht Misstrauen, sondern Vertrauen. Das ist eine Frage des Respekts gegenüber denjenigen, die jeden Tag anpacken. Drittens: Fachkräfte sichern, von der Kita bis zum Meisterbrief: Der Fachkräftemangel beginnt nicht erst im Betrieb, sondern viel früher. Deshalb sagen wir klar: verpflichtende Sprachstandserhebungen bereits zur Einschulung und bei Bedarf gezielte Förderung. In den Schulen brauchen wir zentrale Abschlussstandards, mehr Praxis und verpflichtende Betriebspraktika, mindestens eines davon im Handwerk. Wir müssen die berufliche Bildung endlich gleichwertig behandeln: kostenfreie Meisterbildung, starke Berufsbildungszentren, Azubi-Wohnheime an zentralen Bildungsstandorten und duale Hochschulen nach dem Vorbild von Baden-Württemberg. Meine Damen und Herren, wer die Zukunft unseres Landes sichern will, muss das Handwerk stärken, nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch im Gesetzesblatt. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER) Meine lieben Kolleginnen und Kollegen, daher sagen wir als CDU: Wir stehen an der Seite unserer Meisterbetriebe – für weniger Bürokratie, bessere Rahmenbedingungen und mehr Respekt für Leistung; denn eines ist sicher: ohne Handwerk keine Zukunft. Genau deshalb machen wir Politik für und mit dem Handwerk, nicht gegen seinen Alltag und gegen die Praxis. Vielen Dank. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER)
