Kathrin Anklam-Trapp
Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Damit hat sich diese Aktuelle Debatte mit der Aussprache erledigt. Wir kommen zu Punkt 10 c) der Tagesordnung: Dritter Teil der AKTUELLEN DEBATTE Ohne Handwerk keine Zukunft – Wie schützen wir die „Wirtschaftsmacht von nebenan“? auf Antrag der Gruppe FREIE WÄHLER – Drucksache 18/13979 – Es spricht der Sprecher der Gruppe FREIE WÄHLER, Abgeordneter Helge Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Zitat: „Der Handwerkerstand bildet den Kern des Mittelstands, eines Glieds, dessen Bestehen für ein gesundes Staatsleben so wichtig ist.“ Was Otto von Bismarck bereits 1849 feststellte, ist heute aktueller denn je. Merkwürdigerweise spricht man in diesen herausfordernden Zeiten fast ausschließlich von Großunternehmen – in allen Parlamenten. Ja, man malt teilweise sogar das Schreckgespenst einer drohenden kompletten Deindustrialisierung an die Wand. Die wichtige Rolle der kleineren, sehr oft familiengeführten Betriebe spielt in den Debatten über mögliche Entlastungen und den Schutz von Unternehmen bestenfalls eine Nebenrolle. Warum eigentlich? Der Mittelstand und die Mittelschicht sind die tragenden Säulen unseres Landes. Hier wird nicht geklagt, sondern daran gearbeitet, die Probleme unseres Landes zu lösen. Ganz vorn dabei ist und bleibt unser Handwerk. Hier wird ohne Wokeness, Gendern und Quoten ganz geräuschlos integriert. (Vereinzelt Unruhe bei der SPD) Viele Menschen mit Migrationshintergrund sind heute mit Fug und Recht stolze Handwerksmeister. Für diejenigen, die neu zu uns kommen und ihren Beitrag leisten wollen, sind Handwerksbetriebe oft die erste Anlaufstelle. Jeder kann das beispielsweise beim morgendlichen Gang zum Bäcker sehen. Ist also alles in Butter? Mitnichten. Zwar zeigen die jüngsten Konjunkturumfragen der Kammern, dass die Stimmung im Handwerk noch relativ gut ist. Beim Blick auf das Wachstum zeichnet sich jedoch Stagnation ab. Richtig, man kann Bundes- und Landesregierungen nicht komplett für die aktuell miesen Rahmenbedingungen verantwortlich machen. Was man jedoch kritisieren kann, ist, dass der Weg in Richtung Zweiklassenökonomie zugunsten der BlackRocks dieser Welt weist. Stichwort Industriestrom. Wurde vergessen, dass in vielen Handwerksbetrieben hochwertige Kleinserien produziert oder aufwendige Reparaturen gemacht werden? Auch hier ist der Energiebedarf groß. Stichwort Förderung. Beim Blick auf die Großen stellen wir fest, dass die deutsche Wirtschaft in weiten Teilen eine Förderwirtschaft ist. Nur beim Blick auf die Gründerkultur und Betriebsübernahmen ist das anders. Hier besteht Handlungsbedarf. Jungunternehmer im Handwerk brauchen bessere Perspektiven auch für den Fall des Scheiterns. Stichwort Bildung. Wir müssen in Sachen Bildung zurück zu den Wurzeln. Wir sind definitiv falsch abgebogen. Dazu passt die Nachricht aus Niedersachsen, dass man dort ab dem Schuljahr 2027/2028 das schriftliche Dividieren abschaffen will. Computer allein sichern keine Ausbildungsfähigkeit. Ausbildungsmeister können ein Lied davon singen. Stichwort Ausschreibungen und Genehmigungen. Ohne juristischen Beistand blickt hier kein Kleinunternehmer mehr durch. Wir brauchen Entschlackung, und wir brauchen Beschleunigung, damit schnell gebaut und produziert werden kann. (Glocke der Präsidentin) Mehr dazu im zweiten Teil. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)
