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Dörte Schall

28.01.2026 Sitzungen 18/101

Sehr geehrte Damen und Herren! Uns eint die Sorge darum, was mit uns passiert, wenn wir auf Pflege angewiesen sind. Die meisten von uns eint auch der Wunsch, dass wir gern zu Hause und am besten im Kreis unserer Lieben und unserer Familie alt werden wollen. Deswegen schieben wir die Frage, was ist Pflege, wohin gehen wir, was machen wir, oft zu lange auf. Die Idee des Pflegeplatzfinders ist keine schlechte. Es ist eine gute Idee, die Sie aufgebracht haben. Deswegen gibt es bundesweit 75 Pflegeplatzfinder, die aktuell im Einsatz sind. Die Prognos AG hat das überprüft und festgestellt, dass alle Defizite haben. Alle haben ein Defizit im Bereich des bürokratischen Aufwands und in der Zeit, und zwar in der Zeit, die beide aufwenden, die Einrichtungen und die Betroffenen; denn die Problematik, die eben gut beschrieben wurde, ist genau die, dass der Pflegeplatzfinder nicht den passenden Pflegeplatz hat. Er kann nicht feststellen, welchen Pflegegrad jemand hat oder jemand haben sollte, weil möglicherweise gar keine Pflege beantragt ist. Er kann nicht alle Kriterien berücksichtigen: Doppelzimmer, Pflegestufen, Bedarfe. Ein wichtiger Faktor ist natürlich auch, dass ich mich oder meine Angehörigen sich in der Einrichtung wohlfühlen möchten. Es geht um das Gefühl, das ich habe, wenn ich eine Einrichtung betrete. Zum Thema Frauenhaus sage ich, wenn Sie mir noch zuhören wollen, die Unterschiedlichkeit ist eine andere. Sie haben es selbst gesagt, es gibt wenige Häuser, weniger Häuser, und die Suche erfolgt durch Fachleute. Im Pflegebereich erfolgt die Suche durch Angehörige, die Angst haben, keinen Platz zu finden, die nicht wissen, was die Voraussetzungen sind, möglicherweise gar nicht gemeinsam mit ihren Angehörigen leben und nicht wissen, wie die tatsächlichen Pflegenotwendigkeiten sind. Deswegen hat die Landespflegegesellschaft dagegen votiert und festgestellt, dass es – im Moment jedenfalls – nicht leistbar ist, zusätzliche Arbeit ist und die Mühen eines Anrufs, wenn Menschen glauben, ein Platz sei frei, aber nicht für ihre Angehörigen, den Aufwand weitaus höher gehen lässt. Was wir brauchen, sind Pflegestützpunkte, die, so wie sie jetzt vielerorts arbeiten, noch besser ausgestattet sind, so wie ich es in der Beratung erlebt habe. Ich weiß, es gibt andere, die gute Kontakte haben, die wissen, wo Plätze frei sind und wo Menschen hinpassen. Daran arbeiten wir. Es geht um die Kontakte und die Netzwerke, um die persönliche Beratung, damit wir das beste Angebot für unsere Angehörigen bekommen oder die Menschen für sich selbst das beste Angebot bekommen. Das funktioniert nur, wenn wir bundesweit ein System haben; denn wenn auf der anderen Rheinseite ein Platz ist, kann ich auch dort meine Angehörigen hinschicken, und wenn meine Angehörigen in einem anderen Bundesland wohnen, gilt das natürlich erst recht. Wir brauchen ein System ohne Schnittstellen. Die Mehrfachsuche muss verhindert werden, und die Plattformen, die es jetzt schon gibt, müssen einheitlich vernetzt werden. Deswegen lassen Sie uns uns gemeinsam dafür einsetzen, damit es auf Bundesebene ein System gibt, eine einheitliche Lösung, die sowohl für die Suchenden gute Ergebnisse wie auch für die Einrichtungen einen guten, erfolgreichen Aufwand hat und nicht zusätzliche Bürokratie aufbaut. Vielen Dank. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

Protokoll ↗