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Kathrin Anklam-Trapp

11.12.2025 Sitzungen 18/99

Die nächste Rednerin in der Debatte ist Abgeordnete Lisa-Marie Jeckel von der Gruppe FREIE WÄHLER. Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Die steigenden Zahlen zu Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalt an Kindern sind ein Alarmsignal. Sie verlangen entschlossenes und vor allem wirksames Handeln. Der Schutz unserer Kinder ist und bleibt eine zentrale Aufgabe unseres Staates. Wir wissen, dass viele Fachkräfte in Kitas, Schulen, Beratungsstellen und Jugendämtern täglich an Grenzen stoßen. Viele Fälle werden zu spät erkannt, und viele Strukturen funktionieren nur deshalb, weil engagierte Menschen mehr leisten, als eigentlich möglich ist. Ihnen gilt unser herzlicher Dank. Jede Initiative, die dazu beiträgt, Wissen zu stärken, Unsicherheiten abzubauen und die Früherkennung im System zu verbessern, ist uns willkommen. Der vorliegende Antrag enthält einige Elemente, die wir ausdrücklich positiv beurteilen: die Stärkung von Fort- und Weiterbildung, die Forschung zu bislang vernachlässigten Themen sowie der Vorschlag, Kindern und Jugendlichen digital niedrigschwellige Hilfe anzubieten. All das sind richtige und unterstützenswerte Ansätze. Trotz dieser positiven Aspekte möchten wir einige Punkte ansprechen, die aus unserer Sicht weiter diskutiert werden sollten. Kinderschutz ist kein Randthema. Er ist ein Kernbereich staatlicher Verantwortung. Wenn ein Kind Gewalt erlebt oder Warnsignale übersehen werden, entstehen nicht nur unmittelbare Verletzungen. Es folgen oft langfristige Herausforderungen, psychische Belastungen, Schwierigkeiten im weiteren Lebensverlauf, Bildungsabbrüche. Kinderschutz ist damit nicht nur eine soziale, sondern auch eine verfassungsrechtliche Verpflichtung, und er ist ein Prüfstein dafür, wie handlungsfähig ein Staat ist. Vor diesem Hintergrund halten wir es für wichtig, genau zu prüfen, wie neue Strukturen bestmöglich gestaltet werden können. Der Antrag setzt sehr stark auf die Einrichtung eines landesweiten Kompetenzzentrums an der Hochschule Koblenz. Die Idee ist interessant und hat Potenzial. Gleichzeitig sehen wir offene Fragen, die wir gerne gemeinsam weiter bearbeiten würden. Hochschulen leisten wertvolle Arbeit in Forschung und Lehre. Doch ihre operative Nähe zur Kinderschutzpraxis ist naturgemäß begrenzt. Aus unserer Sicht wäre es hilfreich, vertieft zu diskutieren, wie ein solches Zentrum gestaltet sein müsste, damit wissenschaftliche Expertise und praktische Verantwortung sinnvoll zusammenwirken, ohne eine Erwartung an Hochschulen zu richten, die sie strukturell nicht erfüllen können. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen bleiben derzeit noch offen: Umfang, Personalbedarf, konkrete Zielsetzungen. Wir würden uns wünschen, dass wir diese Fragen gemeinsam präzisieren, bevor dauerhaft neue Haushaltsstrukturen geschaffen werden. Das stärkt am Ende auch die Wirksamkeit des Kinderschutzes, um den es uns allen geht. Wir FREIE WÄHLER stehen für einen Kinderschutz, der stark, lokal und unmittelbar wirksam ist. Deshalb möchten wir sicherstellen, dass ein neues Zentrum tatsächlich einen Mehrwert liefert und nicht zusätzliche Wege oder bürokratische Hilfen schafft. Gerne bringen wir unsere Anregungen in die weitere Diskussion ein. Wir erkennen die Bedeutung des Themas an. Wir begrüßen die Intention und viele der vorgeschlagenen Verbesserungen, aber wir halten den konkreten Weg noch für diskussionswürdig. Wir sollten gemeinsam eine Lösung erarbeiten, die in der Praxis funktioniert, die unsere regionalen Strukturen stärkt und vor allem den Kindern, die unsere Unterstützung am dringendsten brauchen, unmittelbar hilft. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER – Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr gut!)

Protokoll ↗