landtag-rlp.de ↗

Katrin Eder

10.12.2025 Sitzungen 18/98

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Zehfuß, Sie müssen die Geschichte richtig erzählen. Ja, ich habe gesagt, es ist ein „Novellchen“, weil wir uns natürlich auch viel mehr Modifizierung des Landesnaturschutzgesetzes hätten vorstellen können. Aber wir beschränken uns hier auf das Thema der Naturschutzstationen, und deswegen finden wir, dass das einen ganz neuen, flexiblen Rahmen gibt, um kooperativen Naturschutz zu unterstützen und vor Ort zu etablieren. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Die Naturschutzstationen schaffen einen echten Mehrwert. Das Modell basiert auf freiwilliger, paritätischer und regionaler Zusammenarbeit von Kommunen, Landwirtschaft und Naturschutzverbänden. Über die Ablehnung oder die Kritik, die aus einigen Regionen kommt, freuen wir uns, weil der Hintergrund ist, dass man dort vor Ort so zufrieden ist mit seiner Biotopbetreuung und wir auch wissen, dass dort sehr erfolgreiche Projekte wie zum Beispiel das Wiesenbrüter-Projekt laufen. Deswegen ist es uns so wichtig, dass diese Zusammenarbeit gewinnbringend ist. Das Ziel ist, Kooperation und die Ergebnisse des Dialogprozesses „Schulterschluss Artenvielfalt“, den wir letzte Woche unterschrieben und vorgestellt haben, zu bündeln und zusammenzuführen und mit den Naturschutzstationen ein Angebot zu machen. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Sie bündeln unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven vor Ort. Das schafft Akzeptanz und führt zu tragfähigen und pragmatischen Lösungen und hilft, die Probleme frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Wir haben doch gewachsene Herausforderungen im Naturschutz, wie zum Beispiel die Umsetzung der Natura-2000-Bewirtschaftungspläne oder die Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung, aber auch das Einwerben von Drittmitteln. Das ist der große Benefit, und hier stößt das bisherige Modell mit externen Auftragnehmern an seine Grenzen. Hinzu kommt, es gibt Naturschutzstationen an anderer Stelle in Deutschland. Die bisherigen Erfahrungen mit den vergleichbaren Institutionen, insbesondere mit den Modell-Naturschutzstationen im Norden und im Süden zeigen, sie sind eine Chance für mehr effektiven, kooperativen und nachhaltigen Naturschutz direkt in den Regionen und für die Regionen. Das haben auch die Anmerkungen im Rahmen der Anhörung ergeben. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Bei der Ausgestaltung der Förderrichtlinie werden wir die Anregungen, die es gab, mit aufgreifen. Unser Ziel ist völlig klar: Wir wollen den kooperativen Naturschutz und keine Konfrontation. Wir wollen langfristig starke Strukturen, um – der neue UN-Bericht zum Zustand der Umwelt zeigt es: jede achte Spezies ist vom Aussterben bedroht – Lösungen für die Artenvielfalt vor Ort zu suchen, was regional zusammen besser funktioniert. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD –

Protokoll ↗