Dr. Jan Bollinger
Geisterfahrer!) Sie reden von Industrieanlagen im Wald. Dabei zeichnen Sie ein falsches Bild. Sie behaupten, man könnte einfach so wahllos in der Landschaft irgendwo eine Windkraftanlage hinpflanzen. Man würde den Wald vor lauter Windmühlen nicht mehr sehen. Diese Behauptung ist genauso realitätsfremd wie Ihre sonstigen Aussagen zur Klimakrise und zum Klimawandel. Sie wissen ganz genau, dass die Standortauswahl und Genehmigung von Windkraftanlagen nach genauester Prüfung für Mensch und Umwelt nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erfolgen. Es ist nun einmal so, dass unsere Wälder, unsere Mittelgebirgswälder windreiche Orte sind. Wir wollen die Windräder doch dort hinstellen, wo der Wind weht, und nicht dort, wo gar kein Wind weht und sie dann einfach nur still dastehen. Deswegen gehören auch Wälder zu erfolgreichen Standorten für die Energiewende. (Beifall der Abg. Dr. Bernhard Braun und Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, vereinzelt bei der SPD sowie der Abg. Cornelia Willius-Senzer, FDP) Vor allem macht es doch genau Sinn, auf den geschädigten Wald flächen Windenergie zu platzieren. Dort, wo einmal Monokulturen standen und jetzt durch Trockenheit und Käfer komplett abgestorben sind, erzeugen Windkraftanlagen saubere Energie – genau in den Regionen, in denen auch der saubere Strom gebraucht wird. Durch die Solidarpakte, die auch Landesforsten, die Sie kritisieren, voranbringen, sorgen wir außerdem dafür, dass Windparks in Landeswäldern die regionale Wertschöpfung mit in die Kommunen bringen und Pachteinnahmen und Erträge aus der Stromerzeugung an die Kommunen, die um die Wälder liegen, wandern. Somit stärken wir die regionale Wertschöpfung, und Kommunen partizipieren mit ihren kommunalen Kassen an der Energiewende. Mit dem Dialogprozess Windenergie und Artenvielfalt, den das Umweltministerium angestoßen hat, soll der naturverträgliche Windkraftausbau beschleunigt werden; denn gemeinsam mit den Umweltverbänden und der Erneuerbare-Energien-Branche wurde hier identifiziert, wo Windenergie besonders konfliktarm ausgebaut werden kann. Unser Ziel ist es, Klima- und Artenschutz gemeinsam zu denken. (Beifall der Abg. Dr. Bernhard Braun und Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir haben heute Vormittag schon das Windenergiegebietegesetz diskutiert. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die 2,2 % der Landesfläche für Windkraft ausweisen und damit auch den bundesrechtlichen Vorgaben folgen. Sie versuchen einfach, mit rechten Narrativen Klimaschutz gegen Naturschutz auszuspielen. Da machen wir nicht mit. (Beifall der Abg. Dr. Bernhard Braun und Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
