Lisett Stuppy
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wer im Jugendamt, in der Bewährungshilfe oder im Kinderschutz arbeitet, trägt eine enorme Verantwortung für Menschen in Krisen und herausfordernden Situationen. Soziale Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen, gerade dort, wo Menschen Unterstützung, Orientierung, Begleitung und Schutz brauchen. Mit der Neufassung des Gesetzes zur staatlichen Anerkennung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bringen wir die Rahmenbedingungen auf den Stand der Zeit. Unser Ziel ist klar; wir wollen dem Fachkräftemangel in der Sozialen Arbeit aktiv entgegenwirken und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards sichern. (Abg. Joachim Paul, AfD: Fachkräftemangel?) Künftig können auch Absolventinnen und Absolventen von Universitäten die staatliche Anerkennung erhalten, wenn Studiengang und Inhalte den Anforderungen des Qualifikationsrahmens Soziale Arbeit entsprechen. Damit zählt nicht mehr die Hochschulform, sondern was und wie gelernt wird, sprich die Qualität des Studiums. Das ist gerecht und zeitgemäß, und es hilft, den Fachkräftemangel in einigen Bereichen zu lindern. Auch die Ausbildung selbst stärken und vereinheitlichen wir. Die Praxiszeit wird künftig einheitlich auf 100 Tage festgelegt. Die Begleitung und Anleitung in dieser Phase sorgen dafür, dass Theorie und Praxis sich optimal ergänzen. Das schafft vergleichbare Rahmenbedingungen für alle Studierenden. Zugleich machen wir verbindlich, dass Rechtskenntnisse und Handlungskompetenzen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen fester Bestandteil des Studiums sind, Ministerin Katharina Binz hat es schon erwähnt. Das ist heute schon oft der Fall, aber wir machen es jetzt zur Pflicht und stärken die Ausbildungsinhalte in diesem Bereich. Damit setzen wir ein ganz klares Zeichen für den Schutz von Kindern und Jugendlichen, verwirklichen die Umsetzung unseres Pakts gegen sexualisierte Gewalt und setzen ihn ganz konkret und wirksam hier um. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Mit diesem Gesetz schaffen wir mehr Qualität und mehr Schutz. Wir öffnen Wege, und wir sichern Standards. Damit sorgen wir dafür, dass Menschen in den sozialen Berufen gut ausgebildet und rechtlich abgesichert arbeiten können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit dieser Novelle stärken wir die soziale Infrastruktur unseres Landes. Wir betonen, wie wichtig eine sozial gerechte und inklusive Gesellschaft ist und mit gut ausgebildetem Personal und vor allem der Wertschätzung erreicht werden kann. Wir haben die Menschen in schwierigen Lebenslagen im Blick. Chancengleichheit, Selbstbestimmung und Teilhabe sind hier unser Anspruch. Dafür braucht es immer personelle Ressourcen. Wir schaffen Zukunftschancen für Studierende, Rechtssicherheit für Träger und vor allem mehr Schutz und Unterstützung für die Menschen, die wirklich auf Sozialarbeit angewiesen sind. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)
