Kathrin Anklam-Trapp
Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordnete Jeckel. Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Der Schutz unserer Kinder vor sexualisierter Gewalt ist eine der wichtigsten Aufgaben unseres Staates. Da gibt es keine zwei Meinungen. Kinder brauchen Geborgenheit, Schutz und Erwachsene, die Verantwortung übernehmen – in der Familie, der Schule, den Behörden und der Politik. Kinderschutz bedeutet, hinzuschauen, wenn andere wegsehen, und zu handeln, bevor etwas passiert. Deshalb unterstützen wir FREIE WÄHLER jedes Vorhaben, das zu mehr Prävention, Aufklärung, konsequenter Strafverfolgung und einer besseren Versorgung der Opfer danach führt. Kinderschutz braucht aber auch endlich mehr Personal in den Jugendämtern, klare Zuständigkeiten in der Praxis und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden. Wir FREIE WÄHLER wollen, dass Rheinland-Pfalz hier mit gutem Beispiel vorangeht, mit einer besseren Vernetzung und kindgerechten Ausstattung von Polizei, Jugendhilfe, Medizin und Justiz, damit Kinder schnell und wirksam geschützt werden. Dazu gehört auch, dass Kinderpsychologen schneller verfügbar sind, ausreichend Plätze bereitstehen und eine gute Traumaversorgung nach einer Gewalttat gewährleistet ist. Wir müssen aber auch dahin kommen, dass die psychologische Betreuung von traumatisierten Kindern kein Glücksfall, sondern eine Selbstverständlichkeit wird. Dafür brauchen wir mehr Fachkräfte, aber auch mehr Forschung über die langfristigen Folgen von Gewalt, über wirksame Therapien und darüber, wie wir Kinder besser auffangen können, bevor sie zerbrechen. Der oder die künftige Beauftragte hätte aus unserer Sicht also einiges zu tun. Wir werden den Gesetzentwurf daran messen, ob er wirklich bei den Kindern ankommt und ob die Unabhängigkeit gewährleistet ist oder ob er nur ein weiteres Symbol des Ministeriums ist, das gut klingt, aber wenig verändert. Kinderschutz darf kein Aushängeschild sein, sondern muss gelebte Verantwortung bleiben. Nur so wird aus diesem guten Gedanken ein wirksames Instrument für den Schutz unserer Schwächsten in der Gesellschaft. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)
