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Hendrik Hering

12.11.2025 Sitzungen 18/96

Wir kommen jetzt in die zweite Runde und beginnen mit Abgeordnetem Schwab für die Gruppe FREIE WÄHLER. Bitte. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Mir bereiten die derzeitigen globalen Entwicklungen und im Speziellen die unserer medizinischen Versorgung größte Sorgen. Der Verteidigungsminister forderte im letzten Jahr Kriegstüchtigkeit. Hochrangige Militärs sprechen von einem bevorstehenden Krieg. (Zuruf aus dem Hause: Was?) Sie, Herr Minister Hoch, glauben anscheinend, dass auch ich nur einen Schuldigen für das Defizit in unseren Krankenhäusern suche – dem ist nicht so. Anders wären Ihre Reaktionen im Ausschuss und auch jetzt nicht erklärbar. Sie liegen einfach falsch. Mir geht es um Lösungen und nicht um Schuldige. Ich stellte reine Fachfragen. Die Mentalität der Schuldzuweisungen ist im Übrigen ein Grund dafür, weswegen wir immer höhere bürokratische Hürden aufbauen, anstatt diese zu entfernen. Wir brauchen mehr Vertrauen zueinander, damit auch Hinweisgeber keine Angst vor Repressalien haben müssen. Da haben Sie recht. Wir brauchen wohnortnahe Pflegebetten und eine gesicherte stationäre medizinische Versorgung in allen Regionen unseres Landes. Wir brauchen die Erkenntnis, dass medizinische Versorgung eben kein Geschäftsmodell, sondern eine Daseinsvorsorge ist. Ich sage es noch einmal: Wir brauchen Lösungen, und wir brauchen keine Schuldigen. Hierzu zählt auch, dass wir Informationen von Mitarbeitern ernst nehmen, um rechtzeitig ungewollten Veränderungen entgegenwirken zu können. Wir müssen offen auf Alarmsignale reagieren, statt diese kleinreden zu wollen. Es sind nämlich nicht nur 0,37 Promille Fluktuation im Landeskrankenhaus. Es sind nahezu 14 % der Chefärzte, also Führungskräfte, die das Landeskrankenhaus innerhalb von zwei Jahren verlassen haben. Wie ich aber bereits gesagt habe, geht es nicht um Schuld. Es muss uns um Lösungen gehen. Wenn Sie, Herr Minister Hoch, damit anfangen, alle Fachpolitiker auf Augenhöhe in die Lösungsfindung einzubeziehen, und wenn die Ampelkoalition verinnerlicht, dass Sie es mit Ihrem oftmals überheblichen Verhalten sind, die dazu beitragen, dass Wählerinnen und Wähler scheinbar einfache Lösungen auf komplizierte Fragen bei extremen Parteien suchen, dann, genau dann werden wir auch in Rheinland-Pfalz in der Lage sein, unseren Einwohnern Versorgungssicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen in eine stabile stationäre Versorgung zu bieten. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)

Protokoll ↗