Dr. Katrin Rehak-Nitsche
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es gibt diese Redensart „Zusammen ist man weniger allein“. Wenn wir die Rhein-Main-Universitäten anschauen, könnte man hinzufügen „und zusammen ist man einfach besser“; denn was zwischen Mainz, Frankfurt und Darmstadt in den letzten Jahren gewachsen ist, ist eine echte Allianz der klugen Köpfe, ein Beweis dafür, dass Grenzen auf der Landkarte keine Grenzen von Ideen sein müssen. Wenn man sich nicht von der Landesgrenze abschrecken lässt, kann aus Nachbarschaft Partnerschaft werden. Das sieht man auch daran, dass wir den Antrag ebenfalls im Hessischen Landtag beraten, und das zeigt die große Geschlossenheit im Engagement für die RMU. Der Verbund wird übrigens in diesem Jahr zehn Jahre alt, also: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Mit über 95.000 Studierenden und 1.500 Professuren sind die RMU ein echtes Schwergewicht in der deutschen Wissenschaftslandschaft. Im laufenden Wettbewerb um die Exzellenzstrategie haben die drei Universitäten erfolgreich Exzellenzcluster eingeworben und erfüllen damit die Voraussetzungen, sich im Exzellenzverbund zu bewerben. Wir wünschen an dieser Stelle schon einmal viel Erfolg und unterstützen die Unis natürlich intensiv. (Beifall bei der SPD, der FDP und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Die Startbedingungen sind gut; denn mit 39 gemeinsamen Sonderforschungsbereichen, 19 Graduiertenkollegs und über 675 Millionen Euro an Drittmitteln in einem Jahr ist der Erfolg der RMU glasklar. Da kann man schon mal stolz sein. Das Beste ist, die Erfolge beschränken sich nicht auf die Forschung. Auch in der Lehre ist der Verbund top. Das Studienangebot der drei Unis reicht über 630 Studiengänge, manche davon gemeinsam, von Ägyptologie bis Zahnmedizin. Die Studierenden können die Möglichkeiten aller drei Universitäten nutzen: interdisziplinär, länderübergreifend und zukunftsorientiert. Auf Mittelhochdeutsch heißt das Ganze dann Win-win-Situation: Die Studierenden bekommen mehr Studienangebote, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekommen wechselseitige Fördermöglichkeiten und internationale Sichtbarkeit, die Wirtschaft bekommt Start-ups und Fachkräfte, und die Bürgerinnen und Bürger bekommen regionale Kooperationen, innovative Ideen und attraktive Arbeitgeber. Natürlich läuft das aber nicht ganz von allein. Wer schon einmal versucht hat, ein Formular gleichzeitig in zwei Bundesländern auszufüllen, der weiß, Bürokratie kennt kein Erbarmen. Darum ist es richtig, dass wir jetzt noch einmal betonen, lasst uns alle bürokratischen Stolpersteine aus dem Weg räumen; denn nichts bremst kluge Köpfe mehr als ein Formular, dessen Mehrwert keiner versteht. Wir fordern also den Abbau noch bestehender Hürden und, wenn es passt, einen Staatsvertrag als klare rechtliche Grundlage für die Zusammenarbeit dieses erfolgreichen Verbunds. Ich komme gleich zum Schluss. Lassen Sie mich aber eines noch sagen – das ist mir total wichtig –: Der Erfolg kommt nicht von irgendwo. Er kommt von Menschen, von engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, von Rektoraten, von Studierenden, die sich einbringen, von Verwaltungsmitarbeitenden, die im Hintergrund vieles möglich machen. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank; (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) denn die RMU sind mehr als ein Projekt. Sie sind ein Versprechen, ein Versprechen, dass Wissenschaft besser ist, wenn wir zusammenarbeiten, ein Versprechen, dass Exzellenz nicht an Landesgrenzen haltmacht, und ein Versprechen, dass wir auch in Zukunft gemeinsam klüger, stärker und innovativer sein können. In diesem Sinn ein Hoch auf die RMU und weiter so! Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)
