Sven Teuber
Sehr geehrter Herr Präsident! Das erinnert mich daran, dass ich ehrlich gesagt schon endlich mal wieder schwimmen gehen wollte. Deswegen ist diese Debatte vollkommen richtig; denn das Schwimmen hält Gesundheit, Leib und Seele zusammen. Das ist ganz, ganz wichtig, um den Geist zu entspannen. Deswegen kann man nur aufrufen, das Schwimmenlernen frühzeitig zu unterstützen. Ich bin allen Lehrerinnen und Lehrern dankbar, dass sie die Aufgabe der Eltern dahin gehend nachhaltig unterstützen. Ich möchte aber dem direkt widersprechen, dass wir Wassergewöhnung und das Schwimmenlernen ohne Eltern leisten können; denn Schwimmen braucht einen Prozess, der immer wieder Wiederholung, Wiederholung und Wiederholung darstellt. Ich kann das an meinem eigenen Beispiel sagen. Meine Eltern haben sich redlich bemüht. Es hat nicht geklappt, (Heiterkeit der Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD, und Marco Weber, FDP) hätte es nicht Frau Pielen-Talbot gegeben – den Namen werde ich in meinem ganzen Leben nie vergessen; danke an der Stelle, Frau Pielen-Talbot –: Daran sieht man, wie prägend Lehrerinnen und Lehrer sein können, 5. Klasse. Ich würde fast sagen, es war ein Fall von Mobbing, aber Frau Pielen-Talbot hat mich in jeder Pause geholt und gesagt: Bis Du nicht schwimmen lernst, gehst Du in keine andere Pause. (Ministerpräsident Alexander Schweitzer: Jetzt bist Du Bildungsminister!) Heute bin ich Bildungsminister und kann schwimmen. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der FDP sowie des Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER) In diesem Sinne sieht man, dass Lehrerinnen und Lehrer prägend sein können, auch wenn Eltern sich sehr bemüht haben. Meinen Eltern kann ich da wirklich keinen Vorwurf machen. Ich will jetzt deutlich sagen, wir sehen an dem Beispiel, es braucht Zeit und Geduld und gerade deswegen aber auch eine intensive Phase. So möchte ich meinen Mitarbeitenden im Ministerium und in der ADD ganz herzlich danken, dass sie mit Geduld und mit der Zeit vorangehen, um überall Infrastruktur mit Lehrerinnen und Lehrern, mit Schulangeboten zu vernetzen; denn das ist eine große Aufgabe. Man kann sich hier hinstellen und so tun, als wäre es eine Kleinigkeit, das mal eben zu machen, und als ob Koordinatoren reichen würden. – Lieber Dennis Junk, das ist doch wirklich nicht die Lösung, sondern wir sollten jetzt schauen, die Baumilliarde für den Sport, die jetzt aus Berlin kommt, so zu nutzen, dass wir Infrastruktur gerade im ländlichen Raum noch einmal weiter stärken. Da sind wir einer Meinung. In diesem Zusammenhang sollten wir dann aber auch sehen, dass das, was in Schulen passiert, nachhaltig darauf aufbauen kann, wenn Infrastruktur da ist. Wir tun als Landesregierung sehr, sehr viel dafür, das auch weiterhin zu unterstützen. Ich würde aber sagen, jetzt sind die Zeiten wirklich gut mit unseren Förderungen, mit der Baumilliarde für den Sport aus Berlin, um weiter voranzukommen. Darüber, dass wir vorankommen müssen, gibt es keinen Dissens. Ich bin den Lehrerinnen und Lehrern sehr dankbar, dass sie bereit sind, das zu unterstützen. Das zeigen sie nämlich, indem sie sehr stark unsere Weiterqualifizierungsmaßnahmen beim PL für die Qualifizierung zum Schwimmlernunterricht nachfragen und damit auch diese Qualifikation ausgebaut wird. Auch das unterstützt es. Da kann ich Ihnen aus meiner eigenen Erfahrung sagen, ich habe in Trier zweieinhalb Jahre selbst daran gearbeitet, dass das Ludwigshafener Modell in Trier etabliert wurde. Das hat zweieinhalb Jahre gedauert. Wer war der Koordinator? – Ich. Hier sitzen 101 Koordinatorinnen und Koordinatoren. (Abg. Martin Haller, SPD: Sehr gut!) Wenn wir uns, die selbst dafür bezahlt sind – – – Da brauchen wir hier nicht noch eine halbe Stelle mehr. Ich habe selbst einen Runden Tisch Schwimmen in Trier etabliert. Da saßen die Stadtwerke, da saß die Stadt Trier, da saß die ADD. (Zuruf des Abg. Gordon Schnieder, CDU) In den Zusammenhängen haben wir dann mit den Lehrerinnen und Lehrern geschaut: Wie funktioniert unser Konzept? Dann haben wir uns das in Ludwigshafen angeschaut und auf unsere Verhältnisse übertragen. Das wird von der DLRG sehr unterstützt, weil wir Projektwochen haben. Wir haben nicht eine Woche da, eine Woche hier, sondern wir haben das am Stück und haben nachhaltiges Schwimmen damit gestärkt. In Trier war es vorher so: Wo vorher zwei Gruppen waren, lernen jetzt vier Gruppen. Das Modell muss Schule machen. Daran arbeiten wir. Wir haben Anfragen aus Mainz, wir haben Anfragen aus Neuwied. Wir wollen das in Kaiserslautern etablieren. (Zuruf des Abg. Dennis Junk, CDU) Wir gehen in dem Zusammenhang entschlossen voran. Wir brauchen auch im ländlichen Raum diese Möglichkeiten. Dort haben wir die Frage von Mobilität und Infrastruktur. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Machen Sie sich zum Koordinator oder zur Koordinatorin. Dafür sind wir da – um Menschen zusammenzubringen, Lösungen zu erarbeiten und nicht nur Probleme zu beschreiben. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
