Dr. Jan Bollinger
Für Sie reicht‘s!) Wir sind uns alle darüber einig, alle Rednerinnen und Redner da vorne waren sich darüber einig, dass Schwimmen Leben retten kann, und jedes Kind das lernen muss. Ich möchte aber noch einen Punkt vornewegstellen. Ich bin der Meinung, das gehört auch ein Stück weit zur Debatte dazu. Schwimmen lernen ist auch eine Aufgabe, die Eltern übernehmen müssen. Auch die Eltern müssen und sollten in dem Bereich Verantwortung dafür übernehmen, dass die Kinder schwimmen lernen. Das ist ein Punkt, bei dem es wichtig ist, ihn hier zu erwähnen. Wo es finanziell nicht möglich ist, da kann man unterstützen und helfen. Auch hier kann eine Schule aber nicht immer alles abfangen, wenngleich – das hat Kollege Köbler gesagt – wir es im Lehrplan haben, das konsequent im Lehrplan verfolgt werden muss und wir vielleicht auch mehr Kooperationen zwischen Eltern, Schule, Politik oder Schwimmvereinen an sich brauchen. Darüber kann man debattieren. Das ist aber ein Punkt auf der Metaebene, der dazugehört. Politisch müssen wir auch ein Stück weit zwischen Land und Schulträger unterscheiden. Wir vermengen wieder die verschiedenen Ebenen. Das Land übernimmt die Rolle der Sportstättenförderung, Sanierung, Neubau, Umbau, auch von Schwimmbädern. Wir wissen, Schwimmbäder sind natürlich teuer. Sie sind oft defizitär und brauchen eine klare Förderkulisse. Das Land stellt hier Unterstützung bereit. Es gibt verschiedene Investitionsprogramme in diesem Bereich. Das gibt auch Planungssicherheit. In der Förderkulisse finden wir dann ebenfalls den Neu-, Um- oder Erweiterungsbau. Die Anforderung von Vereins- und Schulsport ist berücksichtigungsfähig, und die Förderquote liegt bei rund 50 %, wobei bei Lehrschwimmbecken sogar höhere Förderquoten greifen können, um den Schwimmunterricht vorrangig zu berücksichtigen. Das Schulschwimmen selbst ist aber Schulträgeraufgabe. Er organisiert den Schwimmunterricht, er organisiert dessen Umsetzung, er plant die Wege in die Bäder ein. Er macht Kooperationen mit Vereinen, managt diese, schafft auch die Rahmenbedingungen vor Ort. Ein Schulschwimmkoordinator auf Landesebene mag daher auf dem Papier erst mal gut aussehen. Er entbindet aber den Schulträger nicht von seiner Aufgabe und seiner Verantwortung. Die Frage ist, welche Aufgaben der Koordinator bekommen soll. Ich glaube nicht, dass es Ihr Gedanke war, dass der jetzt dafür zuständig sein soll, Stundenpläne zu schreiben oder Busfahrten zu regeln. Das kann ich mir nicht vorstellen. Die Frage ist aber, welche Ressourcen er bekommen soll, wie tief er in die Materie und in die Verwaltung vor Ort hinein soll, welche Kompetenzen er bekommt, welche Befugnisse und Budgets er dabei haben soll. Wenn das nicht geklärt ist, glaube ich sagen zu können, dass so ein Koordinator in der Praxis eventuell mehr Umstand macht, als er am Ende des Tages Nutzen bringt, auch für diejenigen vor Ort. (Abg. Martin Haller, SPD: Ja!) Deshalb wird das Zusammenspiel mit dem Land als Geldgeber in der Sportstättenförderung, mit dem Land im Bereich der Bildung, (Staatsminister Sven Teuber: Ja!) mit Lehrplänen und Schwimmunterricht, aber mit den Schulträgern vor Ort als Organisatoren wichtig sein. Der Koordinator hängt dann irgendwo dazwischen in der Luft. Deshalb: Unterstützen – ja, investieren – ja, aber beide Ebenen müssen ihre Verantwortung in ihrem Bereich wahrnehmen und die Pflichten dann auch dort erfüllen. Dann kann man en détail darüber debattieren, wo es in der Kooperation zwischen dem Träger und dem Land fehlt. Wichtig sind – da möchte ich noch mal auf Herrn Hüttner eingehen – auch Modelle wie „Kinder lernen Schwimmen“ mit dem Landessportbund, „Sicher im Wasser, gesund im Leben“. All diese Modellprojekte müssen wir natürlich weiterführen, weil sie auch dazu geführt haben, dass mehr Kinder schwimmen gelernt haben. Noch ein letzter Punkt. Es ist lobend zu erwähnen, dass es mehr Lehrerinnen und Lehrer mit der Qualifikation, Kindern Schwimmen beizubringen, gibt. Diese Zahl ist gestiegen. Natürlich wird die weiter steigen, da bin ich mir sicher. Das ist sehr hilfreich. (Glocke des Präsidenten) Daher lehnen wir den Antrag ab. Danke schön. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
