Dr. Christoph Gensch
Ich bin fachfremd, das sage ich gleich zu Beginn. Herr Minister, aber tatsächlich ist das ein – – – Ich habe mich zu Wort gemeldet, weil mich einfach Ihre Rede – – – (Staatsminister Sven Teuber: Berührt hat! – Heiterkeit und Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN und bei der FDP) – Nein, sie hat mich nicht berührt, sondern mich beschäftigt dieses Thema intensiv. Mich beschäftigt das Thema Handynutzung, die Nutzung sozialer Medien von unseren Kindern und unseren Jugendlichen wirklich intensiv. Ich habe selbst zwei kleine Kinder. Ich habe das Gefühl, dass Handynutzung und die sozialen Medien die Gehirne unserer Kinder kaputtmachen. Die machen die Gehirne unserer Kinder – dieses brain rot, wie man im Englischen sagt – kaputt. Der ganze Schmutz, der dort ausgegossen wird, die ganzen Dinge, die sie sich dort gegenseitig zeigen, Gewalt, Pornografie, alles Mögliche. Das sind einfach Dinge, die mich mittlerweile fast jeden Tag beschäftigen. Ich sehe auch in Zweibrücken, dass sich immer mehr Klassen und Elternverbände auf den Weg machen, um hier Grenzen einzuführen, um dafür zu sorgen, dass die Kinder vor diesen Einflüssen geschützt sind. Ich kann Ihnen sagen, mit jeder Schülergruppe, die zu mir nach Mainz zu Besuch kommt, diskutiere ich über diese Geschichte. Was mich wirklich überrascht hat, ist – egal ob BBS, Gymnasium oder was auch immer –, jede dieser Schülergruppen hat sich in einer Abstimmung, in einer Debatte darüber, ob man die Handynutzung und auch die Nutzung von sozialen Medien bis zum 16. Jahr verbieten soll, mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen. Das einzige Argument, das immer von diesen Kindern und Jugendlichen kam, war: Wenn, dann muss es für alle gelten. Ich will nicht ausgeschlossen sein. Das ist auch dieser Prozess, der bei uns abläuft. Es geht immer mit wenigen los, und dann setzt sich diese Kaskade in Gang, dass immer mehr Eltern und das Umfeld unter Druck gesetzt werden und dann doch Dinge zulassen, die man im Innersten ablehnt. Da appelliere ich an Sie – als Bildungsminister sind Sie in einer ganz herausgehobenen Position –: Davor müssen wir, ähnlich wie das vielleicht auch Australien, Florida und viele andere schon gemacht haben, unsere Kinder schützen. Ein Großteil der Überforderung, die sie auch in der Schule und in jungen Jahren haben, kommt nicht unbedingt durch den Leistungsdruck in den Schulen, (Glocke des Präsidenten) sondern durch diesen permanenten Schmutz und diesen permanenten Sozialstress, durch diese permanente Interaktion mit dem Handy, mit der Handynutzung, mit den sozialen Medien. Darum bitte ich Sie, dass Sie das auch umsetzen und hart daran arbeiten. Vielen Dank. (Beifall der CDU und der Gruppe FREIE WÄHLER)
