Sven Teuber
Ja, interessant. Ich frage einfach mal: Wie soll datengestützte Schulentwicklung stattfinden, wenn man nicht Vergleichsarbeiten ausbaut? Ehrlich gesagt: Sollen wir jetzt aus Ihrem Vorschlag heraus, Kolleginnen und Kollegen, sowohl die hohe Anzahl an Klassenarbeiten und dann noch zusätzlich Vergleichsarbeiten machen? Das ist eine Folgerung aus Ihrem Vorschlag. Ich würde sagen, das belastet Lehrerinnen und Lehrer zu sehr. Wenn wir wirklich ernsthaft miteinander eine datengestützte Schulentwicklung machen wollen – da haben Sie unseren Weg unterstützt, und der steht auch in der Analyse –, dann brauchen wir Vergleichsarbeiten, und zwar mehr als nur in drei und in acht, zum Beispiel bei VERA. Dann ist der Zeithorizont zwischen dritter und achter Klasse viel zu lang. Deswegen sage ich, nein, wir können nicht so weitermachen. Wenn wir Analysen ernst nehmen, brauchen wir Veränderungen. Mir vorzuwerfen, nur anzukündigen, ist, ehrlich gesagt, ein Witz. Sie haben mir vorgeworfen, an der Stelle zu schnell vorzugehen. In dem Zusammenhang muss man sich entscheiden. Wir entscheiden jetzt auf einer Grundlage, ehrlich gesagt, die in dem Zusammenhang meine Vorgängerin schon mit gelegt hat und die hier noch nicht abgebildet sein kann, weil die Daten von 2022 sind. Ich komme zur nächsten Frage. Ich bin dankbar für den Vorschlag der Grundschulgarantie, dass nach 14 Uhr alle fertig sein sollen. Was Sie hier fordern, ist eine Abschaffung der Hausaufgaben. Das ist ein interessanter Vorschlag zur Weiterentwicklung. Ich weiß nicht, wie der mit Ihrem Leistungsgedanken zusammenhängt, aber Sie haben original gesagt, ab 14 Uhr sind alle fertig mit Essen, Hausaufgaben und Schule. Das ist interessant. Das ist erstens ein Rückschritt gegenüber Ganztagsschulen von heute. Zweitens: Über eine Abschaffung von Hausaufgaben kann man diskutieren. Ich bin dankbar für den Diskussionsansatz. Lassen Sie uns den weiterverfolgen. Ich bin skeptisch, ob das so funktionieren kann, wenn beispielsweise meine Tochter um 13 Uhr aus der Schule geht, noch Hausaufgaben machen, essen und um 14 Uhr fertig sein soll. Da müssen Sie mir die Rechnung aufmachen. Das können alle Eltern bestätigen. Das wird nicht funktionieren. Wenn Sie Hausaufgaben abschaffen wollen, so wie Sie das jetzt darstellen, ist das ein Fortschritt in der Frage von Öffnung für Veränderung von Lernund Prüfungskultur sowie von Schulkultur Ich bin doch skeptisch, ob der tatsächlich umsetzbar ist. Letzter Punkt: Sie sagen, bis 14 Uhr soll alles fertig sein, und danach sollen alle nach Hause gehen. Sie wollen, dass jedes Kind verpflichtend bis 14 Uhr in der Schule ist. Heutzutage ist es das Angebot, bis 16 Uhr oder bis 14 Uhr zu bleiben. Sie wollen, dass alle verpflichtend dableiben. Sie haben dann das Problem, dass sie damit einen Standard für manche ausweiten, die das nicht wollen, weil sie das lieber zu Hause machen wollen. (Beifall der Abg. Michael Frisch und Martin Louis Schmidt, fraktionslos) Die CDU ist für eine Verpflichtung bis 14 Uhr. Da muss man sagen, das wollen Eltern nicht. Auf der anderen Seite sagen Sie, bis 14 Uhr soll alles fertig sein. Was machen Sie mit dem Rechtsanspruch auf acht Stunden Förderung, der im Bundesgesetz steht? Das heißt, bei den Kommunen, die heute bis 16 Uhr entlastet werden, weil das Land in über 400 Schulen im Grundschulbereich schon Ganztag anbietet sowie bezahlt, eröffnen Sie einen Gap von zwei Stunden, (Abg. Marcus Klein, CDU: Nein!) den die Kommunen übernehmen sollen. In diesem Sinne muss man ganz klar sagen, Ihre Vorschläge haben zwar Diskussionswürdigkeit, sie sind aber so weit von manchen Realitäten entfernt, dass wir darüber diskutieren müssen. Hausaufgaben abschaffen will die CDU offensichtlich, (Zuruf des Abg. Marcus Klein, CDU) weniger Anspruch und die Kinder länger verpflichtend in der Schule. Das kann man diskutieren, aber nicht einfach schnell am Reißbrett entwerfen. Danke Ihnen. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP (Abg. Martin Haller, SPD: Ich glaube, es geht los! Das machen wir nicht!)
