Sven Teuber
Sehr geehrte Frau Präsidentin, Kolleginnen und Kollegen! Vielen Dank für die zum Großteil differenzierte Debatte, die dem Thema angemessen ist, glaube ich. Ich möchte ausdrücklich noch einmal dem Kollegen Schwab danken, der Stärken und Schwächen einfach dargestellt hat. Ich möchte auch an Herrn Thoma anschließen. Tatsächlich sind es aber keine neuen Erkenntnisse, weil die Daten, die hier zur Grundlage genommen wurden, vom IQB-Bildungstrend aus dem Jahr 2022 sind. Deswegen war die Rede vom Kollegen Schnieder auch mit vielen Daten aus der IQB-Rede ausgestattet. Nichtsdestotrotz sind wir schon drei Jahre weiter. Kollege Maier hat dargestellt: Wir haben einen Plan – nicht nur ich übrigens, sondern tatsächlich wir gemeinsam. Lieber Kollege Schnieder, der ist eigentlich der, den Sie gezeichnet haben, genau der Plan. Genau den Plan verfolgen wir. (Beifall der SPD und der FDP sowie des Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deswegen gibt es hier gar keinen Dissens. Wenn Sie mir zugehört haben in den letzten Monaten, dann konnten Sie das hören. Ich will Ihnen noch einmal kurz darstellen, was wir auf diesem Weg seit 2022 schon angelegt haben, was aber eben in diesen Daten noch überhaupt keine Grundlage finden konnte, weil es eben alte Daten sind. Erstens: Ja, Sprache, Lesen, Schreiben, Rechnen, Grundkompetenzen: Wir sind nicht so gut, wie Kinder es verdienen, sein zu dürfen am Ende ihrer Schulzeit. Das ist so. Zugleich sage ich – Herr Köbler –, wir dürfen Kinder nicht verteufeln, wenn sie noch nicht so weit sind. Allein darauf zu verweisen, dass die Zahlen vom Sitzenbleiben steigen – was es in der ersten und zweiten Klasse nicht gibt, aber nehmen wir den Begriff einmal –, ist noch kein Lösungsansatz, wie man diese reduziert. Die Gründe sind polykausal, warum wir an der Stelle dabei sind. Da bin ich beim Kollegen Frisch. Die Heterogenität und die Herausforderungen von Familien sind enorm gewachsen. Die Herausforderungen für Familien, Kinder an Bildung heranzuführen, zu erziehen, bei all den Herausforderungen, die sie im Alltag haben, werden nicht kleiner. Die Dynamisierung der Welt nimmt zu, aber auch die Dynamisierung der Bildungspolitik und der Entscheidungen muss dementsprechend zunehmen, liebe Kolleginnen und Kollegen. Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem, und das müssen wir entschlossen angehen. (Beifall der SPD und der FDP sowie des Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Zuruf des Abg. Marcus Klein, CDU) Liebe Kolleginnen und Kollegen, deswegen bin ich angetreten, um entschlossen umzusetzen. Wenn mir dann von manchem vorgeworfen wird, das geht jetzt aber zu schnell: Kolleginnen und Kollegen, das geht nicht zu schnell, das ging vorher zu langsam. Deswegen haben wir jetzt solche Ergebnisse. (Vereinzelt Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zurufe von der CDU) In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen ganz klar, Sprachstandserhebung für alle mit viereinhalb Jahren: Machen wir mit Frau Professorin Wildemann und der RPTU in Kaiserslautern. Vielen Dank an alle, die sich daran beteiligen. Sprachbeauftragte: 350 zusätzliche Sprachbeauftragte in Kitas. Da will ich Ihnen sagen, das tragen wir manchen Träger aber wie Sauerbier nach. Das tragen wir manchen Trägern wie Sauerbier nach. Wir haben hier Millionen zusätzlich im Haushalt stehen, und wir werben dafür. Nutzen Sie diese Gelegenheit, das Förderprogramm anzunehmen! Wir haben 350 Sprachbeauftragte, und wir wollen, dass wir mehr in Sprachförderung in Kitas gehen. In der Analyse sind wir doch beieinander. Je später Sprachförderung und Förderung im Kindesalter beginnt, desto schwerer haben es Kolleginnen und Kollegen doch, diese Lücken auszugleichen. Deswegen brauchen wir eine ausreichende Zahl an Kitaplätzen. Wir müssen hier auch in dem Ausbau weiter vorangehen. Ich nehme das Beispiel der Stadt Mainz. Die sind sehr vorbildlich vorangegangen. Wir brauchen diese weiteren Beispiele, und ich schaue mir die in den Kommunen an. Wir haben in der Grundschule darüber hinaus die Kompetenzen in Schreiben, Rechnen und Lesen weiter ausgebaut, mehr Zeit eingeräumt. Das wird Früchte tragen. Wir haben uns dann den Übergang in die weiterführenden Schulen anzuschauen. Der Vorschlag vom INSM und vom IW ist datengestützte Schulentwicklung – da sind wir genau auf dem Weg. Datengestützte Unterrichtsentwicklung – da sind wir genau auf dem Weg. Der Vorschlag der individuelleren Entwicklungsmöglichkeiten: Dafür haben wir bereits alles in Bewegung gesetzt. In diesem Sinne haben wir einen gemeinsamen Konsens, und den möchte ich gerne weiter im Sinne von „Kinder stärken“ nutzen. Lassen Sie uns bitte dann tatsächlich auch über Kinder und Jugendliche so reden, dass es nicht junge Erwachsene oder sozusagen alles Leistungsverweigerer sind. (Zuruf aus dem Hause) Sie haben verdammt viele Herausforderungen, und wir haben ihnen den Rücken zu stärken und sie stark zu machen; denn sie sind unsere Zukunft, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP) Einen Satz noch zur Einordnung der Studie, um manches auch ein bisschen zu relativieren. Hier steht, zu der Frage „Wie zufrieden sind Sie mit den Schulen in Ihrem Bundesland?“ haben 5.293 Teilnehmende eine Antwort abgegeben. Von diesen 5.293 haben 80 % überhaupt kein Kind in der Schule. Die reden also über etwas, was sie entweder aus der Vergangenheit kennen oder nur vom Hörensagen. Kolleginnen und Kollegen, das ist keine valide Grundlage. Wir reden mit denen, die es täglich machen, und wir gestalten mit denen, die es täglich machen. Vielen Dank. (Beifall der SPD, der FDP und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
