Kathrin Anklam-Trapp
Für die Gruppe FREIE WÄHLER ist der nächste Redner Abgeordneter Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben in den vergangenen Tagen und auch heute schon viel über den Bildungsmonitor 2025 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, kurz ISM, gehört. Ich möchte es auch noch einmal einordnen. Die ISM ist nicht neutral. Sie ist ein von Arbeitgeberverbänden finanzierter Thinktank. Dennoch ist die Gesamtrangliste aus rheinland-pfälzischer Sicht alles andere als erfreulich. Das Abrutschen vom neunten auf den zwölften Platz nach der Auswertung von 98 Indikatoren durch die ISM sollte uns allen zu denken geben. Wer sonst kann die Ausbildungsfähigkeit unserer Jugendlichen besser beurteilen als die Arbeitgeber selbst, von der Industrie bis zum kleinen Handwerksbetrieb. Immer wieder hört man, dass der Anteil der jungen Menschen, die weder richtig rechnen noch sich ausreichend schriftlich artikulieren und auch kaum lesen können, höher ist als noch vor wenigen Jahren, natürlich auch in Rheinland-Pfalz. Machen die Lehrerinnen und Lehrer einen schlechten Job? Der Bildungsmonitor liefert eine eindeutige Antwort: In puncto Schulqualität landet unser Bundesland auf einem soliden siebten Platz, und das, obwohl unsere Pädagogen oft unter widrigen Bedingungen arbeiten. An den Lehrerinnen und Lehrern liegt es also nicht. Bei der Betreuungsqualität reicht es dagegen nur für Platz 12. Die Relation von Lernenden und Lehrenden ist stark verbesserungswürdig, auch an unseren Hochschulen. Im Bereich Digitalisierung sieht es sogar noch schlechter aus. Infrastruktur und IT-Ausbildung sind stark verbesserungswürdig, was mit dem 14. Platz abgestraft wird. Gibt es überhaupt noch ein Bildungsfeld, in dem wir in Rheinland-Pfalz so richtig gut sind? Ja, das gibt es. Arbeitsmarktorientierung und b erufliche Bildung wurden mit einem sehr ordentlichen fünften Platz belohnt. Dagegen bereitet die Inputeffizienz Sorgen. Darin ist nur noch Sachsen-Anhalt schlechter als wir in Rheinland-Pfalz. Die eingesetzten Ressourcen und das mit ihnen erzielte Ergebnis könnten offenbar wesentlich besser sein. An den Lehrerinnen und Lehrern liegt es nicht, das hatte ich bereits gesagt. Im Ländervergleich ist die Dienstunfähigkeitslast nirgendwo geringer, Platz 1 für Rheinland-Pfalz. Das heißt auch, die Motivation ist nach wie vor hoch, was übrigens auch die Kategorie Internationalisierung widerspiegelt. Es wurde bereits angesprochen. Darin belegt Rheinland-Pfalz einen sehr guten dritten Platz, was unter anderem für einen guten Fremdsprachenunterricht steht. Ebenso scheinen rheinland-pfälzische Hochschulen für ausländische Studierende immer beliebter zu werden. Wir sehen, eine Gesamttabelle hat wenig Aussagekraft. Wir müssen in die Details gehen. Der Bildungsmonitor benennt die Kategorien, in denen wir feinjustieren müssen. (Glocke der Präsidentin) – Ich komme zum Schluss. Fazit: Es ist wenig zielführend, unsere Bildungslandschaft in Gänze schlechterzureden als sie ist, auch wenn ihre Entwicklung im Vergleich zu anderen Ländern wenig dynamisch erscheint. Dennoch müssen wir Probleme klar benennen und Lösungen vorschlagen. Genau dafür stehen wir als FREIE WÄHLER. Vielen Dank. (Beifall der Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER)
