Kathrin Anklam-Trapp
Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordneter Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Wie unsere Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt betont, wurden und werden rheinland-pfälzische Landwirte und Winzer von 2023 bis 2027 mit insgesamt 1,54 Milliarden Euro unterstützt. Eine in der Tat erhebliche Summe. Wer den neuen Agrarbericht studiert, könnte meinen, dass es um die Zukunft unserer Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz gar nicht so schlecht bestellt ist. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Lage alles andere als rosig ist. Das haben wir heute schon mehrfach gehört. (Zuruf des Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bleiben wir doch zunächst beim Beispiel unserer heimischen Winzer. Für deren Probleme gibt es mehrere Ursachen. Die Gründe: International geht der Weinkonsum zurück, die Preise für Fasswein sind derzeit dramatisch gesunken, zugleich steigt der Anteil an ausländischen Weinen, weil im Ausland günstiger produziert werden kann. Seit 2019 sind die Kosten für Löhne, Energie und Maschinen um 30 bis 40 % gestiegen. Das Beispiel der Winzer lässt sich ohne Probleme auf die anderen Bereiche unserer heimischen Landwirtschaft übertragen. Stets lauten die Vorschläge der Gelehrten zur Lösung des Problems ähnlich: Effizienzsteigerung durch Rationalisierung und Verbesserung der Vermarktung durch Betriebe und deren Verbände. Das hört sich so einfach an, zumal der Eindruck erweckt wird, dass man mit der richtigen Technik alle Schwierigkeiten überwinden kann. Im Agrarbericht wird sogar eine lasergesteuerte Weinlesemaschine vorgestellt. Ich gehe davon aus, dass sich die meisten Winzer keine so teuren Maschinen leisten können. Dazu kommt, dass der Weinbau gerade in topografisch schwierigen Lagen seine eigenen Regeln hat. Was mich jedoch positiv überrascht hat und sogar verhalten optimistisch stimmt, ist, dass sich viele junge Menschen trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für eine Ausbildung zum Winzer entschieden haben. Allein 2 024 sind 129 Frauen und Männer neu in diesen Beruf eingestiegen, was einem Anteil von 28 % an den grünen Berufen entspricht. Besser waren nur die Gärtner in spe mit 33 %. Nur 97 junge Menschen begannen aber eine Ausbildung in der Landwirtschaft, nur 97. Das passt zum Trend, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe zwischen 2010 und 2023 von 20.533 auf 15.300 zurückgegangen ist und gleichzeitig die landwirtschaftliche Nutzfläche insgesamt von 705.233 ha auf 711.800 ha angestiegen ist. Der Trend geht also hin zu Großbetrieben. Auch diese brauchen aber hoch und höchst qualifizierten Nachwuchs. Wir müssen für dieses Berufsfeld trommeln. Letztendlich geht es um unsere Versorgungssicherheit, um unsere Nahrung. Die könnte perspektivisch gefährdet sein. Wir brauchen ein ganzes Bündel von Maßnahmen für unsere Bauern und Winzer. Wir meinen, der Antrag der CDU kommt zur richtigen Zeit. Deshalb werden wir zustimmen. Vielen Dank. (Beifall des Abg. Patrick Kunz, Gruppe FREIE WÄHLER)
