Benedikt Oster
Danke schön, Herr Präsident. – Wieder ist genau das passiert, was ich in der ersten Runde in meiner Rede angesprochen habe. Wie manch einer hier über das Deutschlandticket spricht, ist genau das, was nicht zielführend ist und Kunden am Ende des Tages davon abschreckt und es unattraktiv macht. Über die Preisgestaltung wurde auch wieder diskutiert, ob 58 Euro jetzt zu viel seien. Ich kann aus meinem Wahlkreis berichten, in dem eine Familie geschildert hat, dass sie zur weiterführenden Schule aus der Eifel nach Koblenz über 130 Euro im Monat für Zugticket und Busticket bezahlt hat. Sie haben drei Kinder. Wenn man das zum aktuellen Preis des Deutschlandtickets ins Verhältnis setzt, dann muss man einfach sagen, hier ist etwas geschaffen worden, was es so vorher noch nicht gab. Dann mit einer Wirtschaftlichkeit zu kommen, wie die AfD es anhand des Steuerzahlers getan hat, ist schon grotesk. (Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) Herr Schreiner, die Debatte über die Ausgleichszahlungen aufzumachen: Diese führen wir morgen an gesonderter Stelle. Ich glaube, da wurde auch einiges ins falsche Licht gerückt. Vielmehr will ich aber eines sagen: Ich glaube schon, dass wir Demokraten auf der einen Seite uns einig waren, dass dieses Ticket fortgeführt werden soll, aber es gibt einen Unterschied, dass aus unseren Ampelparteien das Bekenntnis sehr, sehr klar und deutlich kam. Man muss es an einer Stelle auch einmal deutlich sagen, das Ticket heißt Deutschlandticket. Das heißt nicht Rheinland-Pfalz-Ticket. Deshalb ist der Bund gefordert, an erster Stelle auch bei der Verkehrsministerkonferenz nächste Woche zu sagen, wenn Sie das Ticket weiter haben wollen, wie Sie es weiter finanzieren wollen. Da können Sie sich drehen und wenden, wie Sie wollen. Da ist der Bundesverkehrsminister, Herr Schnieder, nächste Woche am Zug. (Zuruf des Abg. Gerd Schreiner, CDU) Jetzt mache ich es noch deutlicher. Sie haben ein solches Plädoyer für das Deutschlandticket gehalten. Wir werden Sie auf Ihre Aussagen, die Sie heute getätigt haben, auch nageln. (Abg. Gordon Schnieder, CDU: Oh!) Im nächsten Verkehrsausschuss, nach der Ministerkonferenz, werden wir schauen, was Herr Schnieder gesagt hat. Dann schauen wir einmal genau, wie die Preisgestaltung aussieht. Hier große Reden halten und am Ende des Tages aber nicht fürs Deutschlandticket einstehen wollen: Bei uns sieht das anders aus. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
