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Steven Wink

FDP 03.07.2025 Sitzungen 18/91

Verehrte Präsidentin, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Es ist ein Fakt, dass es Menschen gibt, die sich einsam fühlen, auch wenn sie nicht zwingend allein sind, und dass es auch jeden treffen kann, völlig egal, wie alt diese Person ist, wo sie arbeitet, wo sie wohnt, ob sie einen Beruf hat oder nicht, ob sie pflegebedürftig ist oder nicht. Manchmal kommt Einsamkeit auch schleichend. Sie kann vielfältige Ursachen haben, wir haben es gehört. (Zuruf des Abg. Johannes Zehfuß, CDU) Es kann die Arbeitslosigkeit sein, es kann die Krankheit sein, vielleicht ist ein Angehöriger verstorben, oder es können diverse Lebensumbrüche sein, die dafür sorgen können. Hierbei kann und muss Einsamkeit eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung werden. Wir brauchen es im Gesundheitssystem, in der Pflege. Auch die Wirtschaft oder der Arbeitsmarkt im Allgemeinen müssen es mitdenken. Es ist unumstritten, dass die Gesellschaft an sich gerade seit den Corona-Jahren im Verhalten miteinander, wenn es darum geht, sich gegenseitig zu helfen, sich gegenseitig zu stützen oder einfach mal da zu sein, sehr distanziert unterwegs ist. Das ist durch alle Altersgruppen hinweg und auch altersgruppenübergreifend zu beobachten. Deshalb ist eine politische Debatte darüber extrem wichtig; denn wir müssen Einsamkeit ernst nehmen, ohne vorschnellen Aktionismus, sondern mit einer klugen Analyse. Für uns ist es natürlich wichtig, dass wir Menschen eine Chance und Optionen geben, sie nicht in der Einsamkeit bemuttern und behüten, sondern Einsamkeit in Gänze verhindern. Deshalb haben wir auch die Idee mit dem eigenen Antrag gehabt. Wir haben bewährte Strukturen, versuchen digitale Chancen zu geben, was ein Teil ist, um die soziale Teilhabe zu stärken, übernehmen politische Verantwortung darin, müssen aber auch soziale Strukturen stärken, und sei es nur der Treffpunkt in der Stadt, Förderung von Mehrgenerationenhäusern – hier gibt es in der Südwestpfalz, weil es vorhin angesprochen wurde, sehr gute Beispiele –, oder auch die Förderung des Ehrenamts an sich. (Beifall der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Es gibt die Landesstrategie „MitMenschen!“. Das ist eine fundierte, ressortübergreifende Antwort mit echten Umsetzungen. So verhindern wir Einsamkeit, psychisch und auch physisch. Wichtig ist ebenfalls der Ansatz der Prävention. Ich habe es eben angemerkt, wir müssen das Thema Einsamkeit sichtbar machen, ohne dabei zu stigmatisieren. Da gibt es „Miteinander statt einsam“. Das unterstützt lokale Projekte – das wurde vorhin angesprochen –, ob das Begegnungscafés, digitale Lesepatenschaften oder die Nachbarschaftsangebote sind. Die brauchen wir auch einfach unbürokratisch, um diesen sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft hinzubekommen. Wir haben aber auch Digitalbotschafter, die die Chancen der Digitalisierung mit dem analogen Leben gerade für immobile Menschen im Lande verbinden. Das schafft Teilhabe, welche analog und digital stattfinden kann, muss, und beides miteinander verzahnt. Für junge Menschen ermöglichen wir digitale Teilhabe ohne Blick auf Likes und leere Versprechungen, sondern mit Qualitätsangeboten, derer es bedarf, damit auch diese lernen, was sozialer Zusammenhalt bedeutet. Die werden ein bisschen anders groß als wir früher. Dafür ist es aber umso wichtiger, dass sie die Angebote bekommen. Bei bestehender Einsamkeit reagieren wir zum Beispiel auch mit der Gemeindeschwesterplus – als ein Baustein, ich weiß –, aber auch geschulten Pflegefachkräften, die den sozialen Aspekt in ihrer Ausbildung und Tätigkeit mitdenken. Auch Jobcenter und die Sozialdienste sind aber im Gesamtpaket wichtig. Im Arbeitsumfeld unterstützen wir Strukturen wie das hybride Arbeiten oder die Gesundheitsprävention – also die betriebliche Gesundheitsprävention –, auch hier Angebote, um in jedem Bereich, im Arbeitsmarkt, im Privatleben, im sozialen Leben verschiedene Angebote zu haben, um das ganze Paket zu fördern und Einsamkeit früh zu erkennen und auch zu verhindern. Letztendlich sind wir aber nicht am Ende der Arbeit, und hier liegt eigentlich dann auch die Strategie. Wir brauchen diese ressortübergreifende Zusammenarbeit mit allen Partnern, die ich eben genannt habe, sprich Sozialpartnern, Ehrenamt, Krankenhäusern, den Unternehmen und der Wirtschaft. Überall, wo Menschen tätig sind, kann das Thema Einsamkeit auftauchen. Daher ist das die Strategie, dass wir mit denen arbeiten und versuchen, immer wieder fortlaufende neue Strategien zu entwickeln und Projekte zu finden, was es braucht. Die Gesellschaft ist im Wandel, also müssen sich auch die Strategien wandeln, das ist völlig klar. Wir verfolgen daher mit diesem Antrag eine flexible und lebendige Strategie. Daher unterstützen wir den. Danke. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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