Dr. Christoph Gensch
Vielen Dank, Frau Vorsitzende. – Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Staatssekretärin, drei Punkte möchte ich adressieren. Punkt 1 ist der Flaschenhals Weiterbildungsstätten, insbesondere die stationären. Wir haben 15 pädiatrische Abteilungen in Rheinland-Pfalz. Durch diesen Flaschenhals müssen alle, auch wenn sie die ambulanten Weiterbildungsmöglichkeiten ausbauen, weil sie bei der fünfjährigen Facharztausbildung mindestens die ersten drei Jahre komplett stationär absolvieren müssen. Erst dann können sie in den ambulanten Bereich. Das ist sinnvoll. Die Kollegen müssen fit werden bezüglich der Notfälle. Die bekommen im stationären Setting eine andere Ausbildung als im ambulanten Bereich. Das das ist das Problem. Wir haben hier laut Daten der Landesärztekammer pro Jahr 20 bis 25 Kollegen, die diese Facharztausbildung zur Pädiatrie absolvieren. Das ist ungefähr die Größenordnung, die wir dann jährlich ausbilden. Wenn wir davon 15 Kollegen über die Quote in den stationären Bereichen ausbilden, verdrängen wir die anderen Kollegen, die sich in diesem Bereich gerne engagieren oder ausbilden lassen würden. Das ist der erste Punkt. Zweiter Punkt: Wir halten ein Stipendium für nötig. Das ist übrigens die Kernaussage Ihrer Expertin in der Anhörung, Frau Dr. Wenzel, die mehrfach gesagt hat, das wäre nötig. Hintergrund ist – das haben wir an den Zahlen gesehen –, dass die Studenten sehr lange brauchen. Kaum einer ist noch in der Regelstudienzeit von den Landarztquotenstudenten. (Abg. Dr. Oliver Kusch, SPD: Aber er wird doch durch das Stipendium nicht schlauer!) Das ist etwas, das wir verhindern müssen. Einer der Gründe ist die Doppelbelastung durch die wirtschaftlichen Problematiken und das gleichzeitige Absolvieren dieses anspruchsvollen Studiums. Sie haben – das haben wir bisher noch gar nicht diskutiert – im Gegensatz zur Landarztquote sogar eine extra Vertragsstrafe geschaffen, eine Kann-Regelung mit 20.000 Euro, wenn sie nicht in der Regelstudienzeit studieren. (Zuruf des Abg. Michael Hüttner, SPD) Das ist zwar eine Kann-Regelung, aber das ist schon ein Damoklesschwert, das über den Kollegen schwebt. (Glocke der Präsidentin) Das gilt insbesondere, wenn man sieht, wie viele sich nicht mehr in der Regelstudienzeit befinden. Ich komme zum dritten Punkt, dann bin ich auch schon fertig. Wir sind der drittgrößte Einzelstandort, aber wir sind nicht das dritte Bundesland bezüglich der Anzahl, sondern wir haben nur den größten Standort. Wir haben auch nur eine Universität im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern, die mehrere haben. Insofern sind wir trotz eines großen Standorts unter Bedarf, und zwar deutlich. Vielen Dank. (Beifall der CDU)
