Sven Teuber
Herr Abgeordneter, Sie können hier von einer Schule für alle fabulieren. Wir reden doch über Ihren Antrag, oder? (Abg. Joachim Paul, AfD: Ja!) – Ja, okay, gut. Dann muss ich feststellen, Schulkindergärten sind bei Grundschulen anzusiedeln, richtig? (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Grundschulen sind alle eine Schule für alle. Dort wird nicht unterschieden. Deswegen brauchen Sie in dem Zusammenhang gar nicht herumzufabulieren, was man alles wollte oder nicht. Es ist tatsächlich schon so – da haben Sie recht –, wir wollen die Grundschule für alle. In diesem Sinne wollen wir auch gemeinsam diese Grundschule für alle weiter stärken und am besten mit allen weiter stärken. Das muss unser Ziel sein. Ich will Ihnen auch sagen, diese Herausforderung bei der Sprache haben wir doch miteinander schon längst erkannt. Wir haben sie erkannt. Sie liegt übrigens nicht nur am Migrationshintergrund. (Abg. Joachim Paul, AfD: Habe ich auch nie behauptet!) – Ich will Ihnen nur sagen, sie liegt nicht nur am Migrationshintergrund. Wir haben eine Herausforderung, dass Eltern, unabhängig ob mit oder ohne Migrationshintergrund, immer stärker Schwierigkeiten haben, an einigen Stellen den Forderungen und den Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Deswegen brauchen wir eine starke, stabile Struktur, um mit Personal, mit all den Elementen, die ich schon genannt hatte, eine frühe Sprachstandserhebung und dann eine gezielte Förderung zu machen. Dazu braucht es nicht Ihre Schulkindergärten. (Abg. Joachim Paul, AfD: Doch, die brauchen wir!) Warum braucht es die nicht? Wir hätten einen Riesenrückschritt, wenn wir das tun würden, was Sie wollen. Wir erheben den Sprachstand der Vierjährigen. Dann wollen Sie die Förderung im Schulkindergarten machen. Da sind noch zwei Jahre dazwischen. Was passiert denn in den zwei Jahren? Bleibt das Kind dann ungefördert? Das ist nicht unsere Vorstellung. Wir wollen den Sprachstand aller vierjährigen Kinder erheben. Jedes Kind, das einen Förderbedarf hat, bekommt die Förderung dort, wo sie gut geleistet wird, von den Kolleginnen und Kollegen in den Kitas, denen ich hier nicht nachsagen lasse, sie machten schlechte Arbeit. In diesem Sinne möchten wir nicht, dass das Kind zwei Jahre auf die Wartebank geschoben wird, um dann in einem Schulkindergarten ein paar Blümchen zu pflücken, und in dem Zusammenhang mit Ihnen dann eine Ideologie umgesetzt bekommt, die völlig fehlgeht von allen Empfehlungen, die dieses Kind braucht: Förderung so schnell wie möglich, nicht abwarten und in der Grundschule für alle gemeinsam weiter stark arbeiten. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
