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Hendrik Hering

12.06.2025 Sitzungen 18/89

Die Große Anfrage hat sich parlamentarisch mit ihrer Besprechung erledigt. Wir kommen damit zu Punkt 31 der Tagesordnung: Psychische Gesundheit junger Menschen stärken – Versorgung verbessern, Fachkräfte fördern Antrag der Gruppe FREIE WÄHLER – Drucksache 18/12259 – Für die antragstellende Fraktion spricht Abgeordnete Jeckel. Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Wir sprechen heute über ein Thema, das dringlicher kaum sein könnte: die psychische Gesundheit junger Menschen in Rheinland-Pfalz. Seit der Pandemie – das wurde hier im Haus erst beim letzten Plenum mehrfach von verschiedenen Fraktionen betont – beobachten wir eine besorgniserregende Zunahme psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Die COPSY-Studie hat bereits 2021 gezeigt, was sich seither nicht verbessert hat: Angststörungen, Depressionen und psychosomatische Beschwerden nehmen zu, und das in einer Altersgruppe, in der wir eigentlich Stabilität und Zuversicht fördern müssten. Wie wir eben gehört haben, haben auch Gewaltdelikte gegen Mädchen zugenommen, und auch sie brauchen dringend eine bessere psychotherapeutische Versorgung in unserem Land. Deshalb fordern wir erstens: Die psychotherapeutische Bedarfsplanung muss realitätsgerecht angepasst werden, insbesondere mit Blick auf Kinder und Jugendliche. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Es braucht ein entsprechendes Modul in der Bedarfsplanung sowie eine Bundesratsinitiative zur Reform der G-BA-Richtlinie. Parallel dazu sind landesseitige Sofortmaßnahmen erforderlich; denn Kinder in Not können nicht auf föderale Zuständigkeiten warten. Zweitens: Wir fordern Übergangslösungen, um akut bestehende Versorgungslücken zu überbrücken, etwa durch befristete Behandlungsangebote in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung und Einrichtungen, die bereit sind, jetzt zu helfen. Drittens: Wir brauchen eine Ausbildungsoffensive. Die Plätze an der Universität Trier oder am Pfalzklinikum Klingenmünster reichen bei Weitem nicht aus. Es braucht gezielte Förderung mit Stipendien, Praxisanreizen für den ländlichen Raum und engeren Kooperationen mit Hochschulen und Weiterbildungsstätten. Nun mag man sagen: Das ist doch Aufgabe des Bundes. Ja, teilweise, aber reicht es aus, auf Berlin zu warten, wenn Kinder in der Eifel oder der Südwestpfalz monatelang auf einen Therapieplatz hoffen und dabei Gefahr laufen, ihre Lebensperspektive zu verlieren? (Unruhe bei der AfD) Kinder brechen unter dem Druck zusammen, und das System sagt: Wartezeit sechs Monate. Wir sagen: Hilfe muss dann kommen, wenn sie gebraucht wird, nicht irgendwann. Im letzten Plenum wurde das Thema bereits intensiv diskutiert, doch ohne greifbare Konsequenzen. Heute liegt mit unserem Antrag ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch; denn obwohl grundsätzlich Konsens besteht, hat sich an der Versorgungslage kaum etwas verbessert. Das zeigt die Einschätzung der Landespsychotherapeutenkammer deutlich. Deshalb ist unser Antrag notwendig, nicht nur wegen seiner Forderungen, sondern weil er auf Umsetzung zielt. Wir reden nicht nur über Studien; wir fordern Handeln. Der Antrag zeigt Wege auf, die machbar sind, haushalterisch wie strukturell, und er folgt einem klaren Grundsatz: Wer Verantwortung trägt, darf nicht tatenlos zusehen, wenn Kinder leiden; denn wer heute zu lange auf Hilfe warten muss, verliert nicht nur Zeit, sondern vielleicht auch die Hoffnung, überhaupt noch gehört zu werden. Ich bitte Sie deshalb um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank. (Beifall des Abg. Patrick Kunz, Gruppe FREIE WÄHLER)

Protokoll ↗