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Hendrik Hering

12.06.2025 Sitzungen 18/89

Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordneter Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Leider sprechen wir erst am zweiten Tag und auch zu fortgeschrittener Zeit über die Realität in unseren Kitas und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Leitungen dieser sehr wichtigen Einrichtungen. Ist dies ein Zeichen für fehlende Wertschätzung? Hoffentlich nicht. Wie dem auch sei, wir FREIE WÄHLER unterstützen den Antrag der CDU in Gänze, zeigt doch die Praxis, dass die mit dem Inkrafttreten des KiTaZukunftsgesetzes am 1. Juli gesetzlich verankerte Leitungsfreistellung inzwischen nicht mehr ausreicht. Wir müssen also noch eine Schippe drauflegen. Die Leitungen in unseren Kindertagesstätten haben eine vielfältige und vor allem große Verantwortung. Neben der Personalentwicklung, dem Personalmanagement für pädagogisches Personal und für Reinigungs- und Hauswirtschaftskräfte kommt ihnen eine besondere Bedeutung in unseren multiprofessionellen Teams zu. Sie stehen ein für eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit, deren Weiterentwicklung und eine gute Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Die Arbeit für und mit einem Team braucht Zeit und ist eine Aufgabe, die auch die Qualität einer Kindertagesstätte nachhaltig sichert. Die tatsächlichen Herausforderungen müssen eine Aufstockung im Leitungsdeputat zur Folge haben. (Abg. Thomas Barth, CDU: Sehr gut!) Dies wurde in der Anhörung im Bildungsausschuss am 16. Januar 2025 seitens aller Experten so klar und eindeutig bewertet. (Abg. Thomas Barth, CDU: So ist es!) Eine weitere Voraussetzung für eine nachhaltig gute pädagogische Betreuung unserer Kleinsten ist eine gute Ausbildung des Kitapersonals, und zur Ausbildung brauchen wir Praxisanleiter, welche auch die Zeit und eine angemessene Freistellung für ihre Ausbildertätigkeit haben. Eine gute Ausbildung darf nicht auf Kosten einer guten Betreuung gehen. Auch dies wurde in der Anhörung sehr deutlich. (Beifall bei der CDU) die Experten haben die notwendigen Verbesserungen für die Arbeit von Praxisanleitern klar und unmissverständlich herausgestellt. Unsere Forderung steht darum nach wie vor. Neben der Entlastung der Kitaleitungen und der von der CDU geforderten Verbesserung des Leitungsdeputats brauchen wir auch eine Entlastung und eine verbesserte Freistellung der Ausbilder sowie mehr Ausbildungsplätze. Leider müssen wir davon ausgehen, dass in der Realität die Arbeitsverdichtung für Kitaleitungen und Praxisanleiter weiter zunehmen wird. Die Gründe kennen wir, kennen Sie alle: hohe Nachfrage nach verlängerten Betreuungszeiten durch die Eltern, ein Angebot an Kitaplätzen, das nicht wirklich zum tatsächlichen Bedarf passt, und zu allem Überfluss zu große Gruppen infolge von Unterbesetzung. Mit den baulichen Realitäten will ich heute gar nicht anfangen, dies würde den Rahmen sprengen. Wir haben also ein strukturelles Problem. Die Situation der Kitaleitungen ist nur ein Mosaikstein in einem Bild, das zudem von Bürokratie und zunehmenden Dokumentationspflichten getrübt wird. Abschließend verweise ich noch einmal auf eine alte Weisheit. Wer ein Haus baut, sollte nicht am Fundament sparen. Daraus folgt, viele Probleme in den Schulen könnten wir vielleicht frühzeitig verhindern, wenn wir den Kitas die gebührende Beachtung schenken würden, anstatt sie als selbstverständlich einzustufen. Ich danke allen Kitamitarbeiterinnen und -mitarbeitern. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER und bei der CDU)

Protokoll ↗