Florian Maier
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Viele von uns kommen aus Wahlkreisen, die vom Weinbau geprägt sind. Damit wissen die meisten von uns, dass die wirtschaftliche Situation, die wirtschaftliche Existenz von vielen Weinbaubetrieben in Rheinland-Pfalz momentan auf dem Spiel steht. Wir haben schon vieles über die Gründe dafür gehört, wir haben es auch recht ausführlich im November-Plenum miteinander diskutiert. Es ist so, der Weinabsatz in Deutschland sinkt, und das seit einigen Jahren, und wir beobachten einen klaren Rückgang im Absatz, ganz besonders bei der jüngeren Zielgruppe. Dafür gibt es mehrere Ursachen: Der demografische Wandel macht sich bemerkbar, ein verändertes Konsumverhalten macht sich bemerkbar, und nicht zuletzt macht sich auch eine starke internationale Konkurrenz immer mehr bemerkbar. Momentan wird viel diskutiert, wie man dem Weinbau kurzfristig helfen könnte. Auch dazu haben wir schon das eine oder andere gehört. Das ist auch absolut richtig so. Das Land Rheinland-Pfalz hat Maßnahmen ergriffen. Ich möchte das Antragsverfahren für Rebpflanzungen, das neu aufgesetzt wurde, erwähnen, was konkret heißt: weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung, eindeutige Fristen, aber vor allem eine deutliche Erhöhung der Fördersätze. Wenn wir aber wollen, dass unsere vielfältige, hochwertige Wein- und Kulturlandschaft weiter erhalten bleibt, dann müssen wir auch mittel- und langfristig denken und mittel- und langfristig handeln. Ein entscheidender Hebel ist dabei der Ausbau von Werbe- und Marketingmaßnahmen. Ob das am Ende komplett ausreicht, um alle Probleme zu lösen, Kollege Wolf, steht außer Frage, aber wir sollten den Hebel alles andere als unterschätzen. Wir brauchen jetzt mehr gezielte und wirkungsvolle Werbung. Die Branche muss die Möglichkeit haben, Aufmerksamkeit zu schaffen, Vertrauen zu stärken und neue Märkte zu erschließen. Deshalb ist es absolut richtig, dass wir die Abgabe für Weinwerbung als Investition in die Zukunftsfähigkeit des deutschen und rheinland-pfälzischen Weinbaus moderat erhöhen, weil in der aktuellen Situation die Weinwerbung eine zentrale Rolle spielen kann. Es muss gelingen, dass der rheinland-pfälzische Weinbau jetzt damit beginnt, neue Zielgruppen anzusprechen und zu gewinnen, übrigens auch mit ganz, ganz tollen alkoholreduzierten und alkoholfreien Produkten, die immer wichtiger und – davon konnte ich mich gerade wieder selbst überzeugen – immer, immer besser werden. So können wir vielleicht auch die jüngere Generation erreichen, die eher über Medien-, Gastro-, Social-Media- oder andere Events ansprechbar ist. Der Weinbau kann und soll zu Recht stolz und selbstbewusst zeigen, wie nachhaltig er in Rheinland-Pfalz heute schon ist und wie hochklassig die heimischen Weine sind. Vor allem im Ausland haben wir bei der Erschließung neuer Märkte noch einen erheblichen Nachholbedarf. Das gilt leider auch für das Inland. Rheinland-pfälzische Weine sind absolute Spitzenklasse, und trotzdem werden bei uns im Land immer noch mehr ausländische als deutsche Weine konsumiert. Werbung kann helfen, das Vertrauen der Konsumenten in heimische Weine zu fördern, indem Herkunft, Nachhaltigkeit und Qualität betont werden. Auch hier gilt aber, die beste Werbung für unsere Weine machen tagtäglich überzeugte und aufgeklärte Kunden, machen Familien im Freundes- und Bekanntenkreis. Hierzu können wir alle unseren Beitrag leisten. Danke. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP sowie des Abg. Marcus Klein, CDU)
