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Susanne Müller

SPD 11.06.2025 Sitzungen 18/88

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Natürlich hören wir auch jene Stimmen, die gegen diese Reform aufbegehren, jene, die sagen, es sei unnatürlich oder reine Ideologie, die hier vorangetrieben würde. Die AfD spricht gerne von einem Angriff auf die traditionelle Familie, der das gesellschaftliche Gefüge zerstören würde. Doch lassen Sie mich eines in aller Deutlichkeit sagen: Das sind Ablenkungsmanöver. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Es geht nicht um die Abschaffung der Ehe zwischen Mann und Frau, sondern um Gerechtigkeit für Familien, die heute oft im Schatten der gesetzlichen Regelungen stehen. Es geht darum, Kindern in Regenbogenfamilien die gleichen Rechte und die gleiche Sicherheit zu gewähren wie allen anderen. Das ist kein Angriff auf unsere Werte, sondern eine Stärkung unserer Grundwerte Gleichheit, Solidarität und Menschenwürde. Wer die Realität unserer Gesellschaft ignoriert, lässt Kinder und Familien im Regen stehen. Das Grundgesetz schreibt ebenfalls den Schutz der Familie vor, aber Schutz bedeutet nicht, nur die traditionelle, klassische Familie zu privilegieren; denn Familie ist vielfältig, und Vielfalt ist unsere Stärke. Lassen Sie uns also aus dem falschen Alarm, den die Gegenseite schlägt, nicht den Schluss ziehen, dass Fortschritt gleichbedeutend mit Verlust ist. Im Gegenteil, Fortschritt heißt, unsere Gesellschaft gerechter, flexibler und menschlicher zu machen; (Abg. Joachim Paul, AfD: Flexibler!) denn nur, wenn wir gleiche Rechte für alle Menschen schaffen, stärken wir den Zusammenhalt in unserem Land. Ich appelliere an Sie: Lassen Sie uns gemeinsam für Gerechtigkeit eintreten, anstatt alte Vorstellungen zu bewahren, die längst überholt sind. Es geht um mehr als Paragrafen. Es geht um die zukünftige Gesellschaft, die wir gestalten wollen. Eine Gesellschaft, in der Liebe und Verantwortung über bürokratische Formalitäten siegen sollten. Herzlichen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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