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Nico Steinbach

SPD 15.05.2025 Sitzungen 18/87

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir reden heute zum 10‑jährigen Jubiläum des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Ich darf vielleicht vorweg sagen, es verbindet mich auch persönlich etwas damit. Es war ein Projekt, das sehr aktuell bzw. in der Diskussion und Umsetzungsphase war, in meinen ersten Tagen und Monaten hier in diesem Parlament. So schnell vergeht die Zeit. Zehn Jahre bin ich schon dabei, und zehn Jahre ist der Nationalpark am Start. Schön, wenn man die Projekte im Werden begleiten kann. Nun aber zum Thema. Heute blicken wir zurück auf diese zehn Jahre der Entwicklung, zehn Jahre, die eindrucksvoll zeigen, was entsteht, wenn man Natur mehr Raum gibt, sich zu entfalten. Was damals als mutige Entscheidung begann – darauf bin ich gerade nicht so tief eingegangen –, ist heute ein starkes Beispiel dafür, wie sich Naturschutz, Forschung, Bildung und nachhaltige Regionalentwicklung miteinander verbinden lassen. Rheinland-Pfalz und das Saarland haben mit der Gründung des Nationalparks einen Meilenstein gesetzt: ein länderübergreifendes Schutzgebiet, das nicht nur die Kriterien der International Union for Conservation of Nature erfüllt, sondern heute eine Vorreiterrolle in Deutschland einnimmt. Das Leitbild des Parks, „Natur Natur sein lassen“, ist nicht nur ein Motto, sondern gelebte Realität. Über 58 % der Fläche sind bereits Wildniszonen, die sich frei und ohne menschliches Eingreifen entwickeln. Damit nähern wir uns dem Ziel von 75 % schneller als ursprünglich geplant. Das ist ein starkes Signal für die ökologische Dynamik und Resilienz unserer Wälder. (Vizepräsidentin Kathrin Anklam-Trapp übernimmt den Vorsitz) Sturm, Hitze und der Borkenkäfer haben viel verändert, aber sie haben auch Platz geschaffen für neue Vielfalt, mehr Totholz, neue Lebensräume, mehr Strukturen, mehr Leben. Doch der Nationalpark ist nicht nur ein Ort für Pflanzen und Tiere. Er ist ein Ort für Menschen, Begegnung und Bildung. Mit Programmen für Schulen und Kitas, dem beliebten Junior-Ranger-Programm, Umweltbildungsangeboten für Lehrkräfte und Familien erreicht der Park jedes Jahr Tausende junge Menschen. Er macht Lust auf Natur und weckt Verständnis für ökologische Zusammenhänge. Das ist gelebte Bildung für nachhaltige Entwicklung. Die Forschung profitiert. Als großflächiges Freilabor liefert der Park wertvolle Erkenntnisse über natürliche Prozesse von Aasökologie bis Artenvielfalt, von Wasserqualität bis Klimaanpassung. Neue Arten wurden entdeckt, etwa eine bislang unbekannte Algengattung, ein Bioindikator für sauberes Wasser. Zugleich ist der Nationalpark ein Motor für nachhaltigen Tourismus in der Region. Die drei Nationalparktore Erbeskopf, Wildenburg und im Saarland sind starke Anziehungspunkte, gut erreichbar mit moderner Infrastruktur, Informationen und Service. Neue Wanderwege, Spielplätze, barrierefreie Angebote und bald zusätzliche Ladesäulen für E-Autos und E-Bikes machen den Besuch attraktiv und zukunftsfähig. Der Tourismus vor Ort profitiert deutlich. 29.000 Menschen nahmen bereits an Führungen teil. Die Zahl der Übernachtungen in der Region liegt bei 3,5 Millionen jährlich. Die Menschen kommen, um Natur auf nachhaltige Weise zu erleben. Genau das wollen wir fördern. Ein besonderes Augenmerk gilt der Verkehrsanbindung. Mein Vorredner hat es bereits angesprochen. Mit neuen Buslinien, die zu 100 %, also komplett vom Land finanziert werden, ist der Park noch besser erreichbar als je zuvor. Das stärkt aktiv den Tourismus und fördert die Mobilität der Menschen vor Ort. Nicht zuletzt ist der Nationalpark ein Projekt der regionalen Zusammenarbeit. Kommunen, Bürgerinnen und Bürger, Rangerinnen und Ranger, Hochschulen, Tourismuspartner, Umweltbildungseinrichtungen, sie alle tragen dieses Projekt mit in den Runden Tischen, in der Nationalparkversammlung, in unzähligen Initiativen und Kooperationen. Nur durch diese enge Vernetzung konnte sich der Park zu dem entwickeln, was er heute ist, ein Juwel für Natur, Mensch und Region. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Ort der Ruhe, der Vielfalt und der Zukunft, ein Ort, an dem wir lernen können, was es heißt, der Natur zu vertrauen. Herzlichen Glückwunsch zum zehnjährigen Jubiläum und vielen Dank an alle, die diesen Erfolg möglich gemacht haben, (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP) auf die nächsten Jahrzehnte der guten Entwicklung. An dieser Stelle sage ich nachträglich noch einen herzlichen Glückwunsch an die Mitinitiatorin dieses Nationalparks, unserer früheren Umweltministerin Ulrike Höfken. Sie feierte gestern einen runden Geburtstag. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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