Fabian Ehmann
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Erfolg für die Natur, die Menschen und die gesamte Region. Er ist eine Schatzkammer der Artenvielfalt, bietet uns spannende Naturerlebnisse und unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung der Region und im Nationalparklandkreis vor Ort. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD) Seit zehn Jahren zeigt der Nationalpark Hunsrück-Hochwald eindrucksvoll, wie Naturschutz, Umweltbildung, nachhaltiger Tourismus und die regionale Entwicklung Hand in Hand gehen können. Das ist gut für unsere Natur, die Menschen in der Region und unser Klima. Der Nationalpark bietet zahlreichen seltenen oder gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen großflächigen Lebensraum, einen Raum, den es in unserer intensiv genutzten Landschaft fast nicht mehr gibt. Wildkatze, Wendehals oder Baumpieper, die im Nationalpark zu Hause sind, teilen das Schicksal unzähliger Arten weltweit. Die biologische Vielfalt schwindet, und das Artensterben schreitet ungebremst voran. Deshalb brauchen wir heute mehr denn je solche biologischen Hotspots wie unseren Nationalpark. Um der doppelten Umweltkrise aus Erderhitzung und Artensterben entgegenzuwirken, müssen wir Natur- und Klimaschutz noch stärker zusammenführen. Aus diesem Grund bleiben der Schutz des Nationalparks Hunsrück-Hochwald und die Weiterentwicklung dieses Nationalparks für uns eine sehr zentrale Aufgabe. Den Nationalpark zu stärken, bedeutet, die gesamte Region zu stärken. 140.000 Menschen besuchen jährlich unseren Nationalpark. Sie machen Wander- oder Radtouren am Wochenende, besuchen mit ihrer Familie den neuen Natur- und Erlebnisspielplatz am Erbeskopf oder gehen in die Nationalparkausstellungen. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist bereits heute das Aushängeschild für naturnahen Tourismus in Rheinland-Pfalz. Wir sehen hier bei dem Tourismusangebot und der Vermarktung natürlich noch Luft nach oben. Der Nationalpark ist erst zehn Jahre alt. Er ist der jüngste in Deutschland. Im Vergleich zum Beispiel zum Nationalpark Bayerischer Wald, den es schon seit den Siebzigern gibt, ist er erst ganz kurz dabei. Unser Ziel ist es deswegen, die Nationalparkregion als naturnahes und bezahlbares Reiseziel für alle und gerade auch für Familien weiterzuentwickeln. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Dabei spielt natürlich auch die nachhaltige Mobilität in der Region eine Rolle. Der öffentliche Nahverkehr in der Nationalparkregion und im Landkreis wurde ausgebaut. Wir haben Anbindungen an den Nationalpark aus Trier, Idar-Oberstein oder zum Beispiel Neubrücke (Nahe) am Umwelt-Campus Birkenfeld, von wo aus man direkt mit dem Bus hinkommt. Wenn man die Anbindung über den Regionalzug zum Beispiel ab Mainz oder Saarbrücken mitdenkt, (Zurufe von der CDU: Wenn er fährt!) kommt man aus vielen Regionen umweltfreundlich und nachhaltig in den Nationalpark. Das ist ein Gewinn und insbesondere für die Menschen vor Ort eine Verbesserung; denn im Landkreis Birkenfeld wurde allein durch diesen Ausbau des ÖPNV das Verkehrsangebot verdreifacht. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Liebe Kolleginnen und Kollegen, nach zehn Jahren ziehen wir eine erste Bilanz zum Nationalpark und schauen, welche positiven Veränderungen es bereits gegeben hat. Wir sind bereits jetzt bei über 58 %, fast 60 % Wildnisanteil und wollen diesen bis 2045 auf 75 % erhöhen. Hier haben wir schon große Fortschritte gemacht; denn wenn sich die Natur vor Ort im Nationalpark selbständig entwickeln kann, gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse, die wir auf die Arbeit von Landesforsten in anderen Bereichen übertragen können. Der Nationalpark ist eine echte Erfolgsgeschichte für die Region, für ganz Rheinland-Pfalz. Er ist auch länderübergreifend, wir entwickeln ihn gemeinsam mit dem Saarland. Deswegen müssen wir gemeinsam daran arbeiten, diesen besonderen Ort in Rheinland-Pfalz, der eine Heimat für seltene Tierund Pflanzenarten ist, ein Lernort für Jung und Alt, für viele Schulen und Kitas, als Leuchtturm für nachhaltige Bildung, aber auch für die Entwicklung der Region weiterzuentwickeln. Ich freue ich mich ganz besonders darauf, dass wir das in den nächsten Jahren weiter anpacken. Danke schön. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD)
