Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir debattieren heute über eines der wichtigsten Themen, nämlich den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Die Entwicklung hierbei ist nicht kurzfristig. Sie ist über lange Zeit entstanden, mit sehr komplexen Vorgehensweisen. Daher bedarf es auch neuer Maßnahmen. Der vorliegende Entwurf zeigt konkrete Schritte auf. Es gibt substanzielle Erleichterungen beim Planen, beim Bauen, beim Genehmigen, die diese beschleunigen, aber auch vergünstigen. Hierbei ermöglichen es Um- und Ausbauten am Gebäudebestand, die sinnvolle Anpassung an Absta ndsflächen, aber auch der Brandschutz, ja, aber nicht als Extremhindernis. Positiv zu erwähnen ist auch die Digitalisierung von Bauanträgen und deren Genehmigung. Besonders innovativ – Kollege Wansch hat es angesprochen – ist der Gebäudetyp E. Es ist einfach, experimentell und effizient, hat er erwähnt, für mich genauso. Was bedeutet dies, einfach? Einfach sind zum Beispiel reduzierte Bauformen mit weniger technischen Vorgaben und weniger Nachweispflichten sowie mehr Gestaltungsfreiheit für Architekten und Bauherren. Die Effizienz konzentriert sich auf das Wesentliche, ohne dabei auf Qualität zu verzichten. Gebäude sind also flexibel an die Grundstücksgrößen, an die Wohnformen, an die Wohnbedarfe, aber auch an Anforderungen wie die Barrierefreiheit anpassbar. Die Experimentierfreude fördert innovative Konzepte beim Materialeinsatz oder in der Bauweise und gibt somit Raum für nachhaltige Bauformen, modulare Systeme, den Holzbau oder gemeinschaftliches Bauen. Der Entwurf zeigt deshalb, dass schnelleres Bauen nicht gleich mit weniger Qualität einhergeht, sondern es kann kostensparend, pragmatisch und mit mehr Freiheit vorangehen. Dies ist auch für eine künftige Dorf- und Stadtentwicklung wesentlich. Daher freuen wir uns auf die Debatten im Ausschuss. Vielen Dank. (Beifall des Abg. Marco Weber, FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)
