Matthias Lammert
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir kommen zur zweiten Runde. Bis jetzt liegt mir nur die Wortmeldung der Abgeordneten Lisa-Marie Jeckel von der Gruppe FREIE WÄHLER vor. Sie haben das Wort. Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte die zweite Runde nutzen, um über ein weiteres sehr wichtiges Thema bezüglich der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu sprechen, nämlich die Versorgung von traumatisierten Kindern. In Rheinland-Pfalz erleben Kinder Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, und oft kommt danach nichts, keine schnelle Hilfe, kein Therapieplatz, kein geschützter Raum. Bei diesem Thema müssen wir dringend genauer hinschauen. Hier läuft noch viel zu viel schief, und leidtragend sind unsere Kinder. Die Traumatherapie ist hoch spezialisiert, aber viel zu selten verfügbar. Es fehlt an Therapeuten mit entsprechender Ausbildung an Traumaambulanzen, an psychologischer Krisenhilfe in den ersten Tagen nach einem Vorfall. Was bedeutet das konkret? Es bedeutet, dass Kinder, die schon Opfer wurden, dann auch noch im System untergehen. Es bedeutet, dass Wunden, die man behandeln könnte, offenbleiben, und sich der seelische Schmerz über Jahre festsetzt mit Folgen für Schule, Beziehung, das ganze Leben. Das ist medizinische Versorgung im Notfall und Opferschutz zugleich. Es ist die staatliche Pflicht, Strukturen zu schaffen sowie bestehende zu verbessern und auszubauen mit Traumaambulanzen an Kliniken, mit spezialisierten Fachkräften im Jugendbereich, mit gesicherter Finanzierung für diese hoch sensiblen Angebote. Kinder, die Gewalt erfahren haben, brauchen keine Warteliste. Sie brauchen Soforthilfe, und die darf nicht am Wohnort oder am Haushaltstitel scheitern. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)
