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Clemens Hoch

15.05.2025 Sitzungen 18/87

Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin froh, dass wir heute noch einmal sehr viel umfassender und ausführlicher darüber reden können, wie sich die Kinder- und Jugendmedizin in Rheinland-Pfalz gestaltet. Zuvorderst möchte ich Ihnen sagen, dass ich unseren Krankenhausträgern sehr dankbar bin, dass es dieses große und nachhaltige Engagement in der stationären Pädiatrie gibt. Das ist für uns für die flächendecke nde Versorgung ein wesentlicher Baustein in der Kinder- und Jugendmedizin. Auch wenn es an noch mehr Häusern Geburtshilfen gibt, wollen wir beides flächendeckend im Land behalten, und das Zusammenspiel von Geburtshilfe und Pädiatrie wird auch unter der Krankenhausreform ein besonderes Augenmerk bei uns erhalten. Jenseits dessen sind die Handlungsmöglichkeiten des Landes begrenzt. Wir reden in der Kinder- und Jugendmedizin in der ambulanten Versorgung vor allem über Selbstverwaltung, die von der niedergelassenen Ärzteschaft organisiert wird. Deshalb haben wir uns entschieden, die Landkinderarztquote auf den Weg zu bringen. Das betrifft im Wesentlichen das Wissenschaftsressort, und ich freue mich über die überwiegende Zustimmung zur Landkinderarztquote; denn wir müssen heute handeln, um in 10 bis 15 Jahren die weiterwachsenden Herausforderungen auch erfüllen zu können. Ich würde mich freuen, wenn das Hohe Haus das parlamentarische Verfahren so gestaltet, dass wir im Plenum im Juli vielleicht endgültig über das Gesetz entscheiden können; denn wir müssen dies in der Studienplatzverteilung im Herbst berücksichtigen können, und dafür laufen Fristen. Ansonsten haben wir in den letzten Jahren sehr viel erreicht, aber wir mussten dazu an anderen Stellen kämpfen, zum Beispiel im vergangenen Jahr sehr erfolgreich die Entbudgetierung der Kinderärztinnen und Kinderärzte in den wesentlichen Leistungsgruppen, aber auch, dass wir die Niederlassungsförderung, die wir über die Hausärztinnen und Hausärzte haben, auf die Kinderärzte ausgedehnt haben. Wir haben über das gesetzliche Maß hinaus in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung, die eigentlich dafür da ist, dass die Versorgung im ambulanten Bereich gut funktioniert, die Weiterbildungsförderung ausgebaut und mit Mitteln des Landes unterstützt, obwohl der gesetzliche Rahmen etwas anderes hergibt. Deswegen: Wir kommen nur in einem Bündel von Maßnahmen weiter und sind schon gut vorangekommen; wir sind uns aber ganz sicher, es wird noch nicht reichen. Es muss weiter vorangehen. Deswegen bin ich sehr froh, dass der Koalitionsvertrag auf Bundesebene einige Antworten darauf gibt, wie wir weiter vorangehen können. Kleine Mosaiksteine sind schon erfolgt, aber es muss noch mehr werden. Zum Beispiel gilt die telefonische Krankmeldung auch bei Kinderkrankmeldungen für berufstätige Eltern. Impfungen können von Hausärztinnen und Hausärzten vorgenommen werden, und auch die Gesundheitsämter bieten Impfsprechstunden und Schutzimpfungen an. Manche Hausärztinnen und Hausärzte – dafür bin ich sehr dankbar – übernehmen auch für die Kinder von Patientinnen und Patienten die U-Untersuchungen. Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten mit der Bundesregierung sehr gründlich darüber beraten, wie wir die Weiterbildungsförderung in der Pädiatrie aus dem Fachärztekontingent heraus bekommen, um noch mehr Weiterbildungsstellen anbieten zu können. Dann kann ich nur an diejenigen appellieren, die in der Selbstverwaltung Verantwortung tragen, dass die Honorare der Kinderärztinnen und Kinderärzte auf Landesebene sowie auch bundesweit angeschaut werden. Ja, es wurde gestern schon ausgeführt. Viele junge Menschen, viele Studierende interessieren sich für den Beruf des Kinderarztes und der Kinderärztin. Wenn es dann aber um die Facharztweiterbildung geht, ergibt sich natürlich auch ein Blick darauf, wie die Erwerbschancen im zukünftigen Berufsleben sind. Die Honorarverteilung kann aus der Selbstverwaltung heraus auch so organisiert werden, dass Kinderärztinnen und Kinderärzte mehr verdienen. Ich wäre froh, wenn wir uns alle hier miteinander, aber auch diejenigen Berufsträger, die das in der Selbstverwaltung mitgestalten können, sich dafür einsetzen. Ich freue mich, dass wir einen gemeinsamen Blick im Land darauf haben, die kinderärztliche Versorgung mit einem besonderen Augenmerk zu versehen. Es ist das Rückgrat dafür, dass sich Menschen für Kinder entscheiden, wenn sie wissen, ihre eigenen Kinder sind wohnortnah gut versorgt. Deswegen freue ich mich auch über den Schulterschluss der Partnerorganisationen und kann ihnen zusagen, vor dem Hintergrund der Krankenhausreform werden wir alles dafür tun, dass die Pädiatrie weiterhin in RheinlandPfalz stark ist und gestärkt wird. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

Protokoll ↗