Steven Wink
Verehrter Herr Präsident, verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich konzentriere mich heute ein bisschen mehr auf das Gesetz als auf die Quote selbst, aus Gründen. Die Möglichkeit mit einer Landkinderarztquote die kinder- und jugendärztliche Versorgung in Rheinland-Pfalz langfristig zu stärken, steht hier im Raum; denn die Kinderärzte sind die Hausärzte unserer Kinder. Die ambulante Kinder- und Jugendmedizin – das hat Kollege Dr. Kusch angesprochen – ist in Rheinland-Pfalz derzeit flächendeckend gewährleistet, doch die regionalen Unterschiede sind ersichtlich. Während wir in städtischen Planungsbereichen oft eine Überbesetzung sehen, zeigen sich in den ländlichen Regionen niedrigere Versorgungsgrade. Hier wollen wir frühzeitig künftige, vielleicht dadurch entstehende Versorgungslücken verhindern, damit die weitere Versorgung sichergestellt werden kann; denn wenn wir Lücken hätten, würde das Bürgerinnen und Bürger und gerade auch unsere Kinder hart treffen. Die Kinderlandarztquote quotiert 3 % der Medizinstudienplätze für Bewerberinnen und Bewerber, die sich verpflichten, nach dem Studium zehn Jahre als Kinderarzt in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Ich sehe keinen Zwang in dieser Quote; denn es gibt schließlich auch gewisse Vorteile. Die Debatte zum NC etc. hatten wir bei der Landarztquote auch schon. Im Gegenteil steigern wir die Attraktivität des ländlichen Raums durch eine freiwillige Verpflichtung. Wir können hierbei aber auch Klebeeffekte nutzen; denn wenn ich in einer unterversorgten Region vielleicht die Liebe meines Lebens finde, dann bleibe ich dort, bleibe längerfristig dort. Das ist alles menschlich. Die Landkinderarztquote bleibt zudem innerhalb der zulässigen Vorquotierungsgrenze von 20 % und ist daher unbedenklich. Die Quote schafft damit gezielt Chancen für Bewerberinnen und Bewerber mit einer hohen Motivation für versorgungsrelevante Fachrichtungen. Wir sehen die Quote auch nicht, wie es angesprochen wurde, als Verzerrung des Wettbewerbs um Studienplätze, sondern wir sehen sie als Interessenvertretung für die Versorgung unserer Jüngsten. Wie eben schon gesagt, verbinden wir das auch mit der Verbundenheit zu einer Region. Alle Bewerberinnen und Bewerber zeigen auch vorher schon ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Ich bewerbe mich wie in anderen Berufen auch, die es gibt, vorzeitig für einen Platz und verpflichte mich, diesen im Nachhinein zu erfüllen. Daher befürworten wir die Initiative und freuen uns natürlich auch auf die künftige Debatte dahin gehend. Danke schön. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
