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Hendrik Hering

14.05.2025 Sitzungen 18/86

Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordneter Kunz. Abg. Patrick Kunz, Gruppe FREIE WÄHLER: Vielen Dank. – Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich frage den Minister ganz offen: Um Gottes willen, was machen Sie da? Eine sinnvolle Modernisierung, die wäre nötig gewesen. Doch was wir hier sehen, ist unausgereifter Aktionismus auf dem Rücken unserer Kommunen, der Friedhofskultur und der Würde unserer Toten. Was kommt auf die Kommunen zu? Ganz einfach: ein leiser, aber tiefgreifender Bedeutungsverlust des Friedhofs als öffentlicher Ort, als Stätte der Begegnung, der Erinnerung, des Respekts. Wenn Urnen bald im Wohnzimmer oder in Gärten landen, wer denkt an die Folgen? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn niemand da ist? Die Praxis hat gezeigt, dass Entrümpler Urnen bei Wohnungsräumungen wortlos vor dem Friedhof abstellen. Ich frage ganz deutlich: Wollen wir das? Die Friedhofskultur bleibt weiterhin in den Kommunen verankert, auch wenn sie zunehmend weniger genutzt wird. Das Gesetz schafft Pflichten ohne Gegenfinanzierung, typisch Landesregierung. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER) Wirtschaftlich ist das Gesetz ein Schlag ins Gesicht all der betroffenen regionalen Unternehmer, die in dieser Branche tätig sind. Diese sorgen für Trauerkultur und Arbeitsplätze. Habt Ihr eigentlich an diese gedacht? Zur Tuchbestattung: Eine schöne Idee vielleicht, aber völlig an der Realität vorbei. Wer den Umgang mit Verstorbenen kennt, weiß, ohne Sauerstoff und hygienische Sicherung verläuft der Zersetzungsprozess anders als erwartet. Doch was ist bei Körperflüssigkeiten, Exhumierungen oder Rückständen aus der Chemotherapie zu beachten? Diese Aspekte werfen zusätzliche Fragen auf. Die Idee, Asche im Rhein zu verstreuen, klingt poetisch. Doch ohne klare Vorgaben treibt die Asche auf dem Wasser. Ist das würdevoll? (Abg. Dr. Oliver Kusch, SPD: Das ist doch vorgegeben!) Wir sagen Ja zur Reform, aber mit Augenmaß, mit Respekt vor der Friedhofskultur und der Realität in den Kommunen. Wir fordern mehr Vernunft und klare Regeln, echte Versorgungsverantwortung zu Lebzeiten und eine Stärkung der kommunalen Strukturen, nicht deren Aushöhlung. Das muss das Ziel sein. Der Friedhof ist mehr als ein Ort der Beisetzung. Er ist ein Ort der Gemeinschaft, der Würde und Geschichte. Lassen wir ihn das auch bleiben. Daher lehnen wir den aktuellen Gesetzentwurf ab und freuen uns auf die Einbringung im Anhörverfahren. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)

Protokoll ↗