Hendrik Hering
Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Kollegin Jeckel. Abg. Lisa-Marie Jeckel, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Auch die Älteren von uns können sich sicherlich noch gut an ihre eigene Oberstufenzeit erinnern. (Abg. Martin Haller, SPD: Na ja, geht so!) Schon damals, in den 80er und 90erJahren, ging das geflügelte Wort um, dass die 13. Jahrgangsstufe wie ein Edamer Käse war: löchrig. Schon damals konnten die Abiturienten in spe nicht von einem vollen Schuljahr sprechen. Die Freiräume waren so groß, dass die Schüler die Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen selbst organisieren mussten. Dies war spätestens nach den schriftlichen Arbeiten so. Die zeitliche Distanz zum mündlichen Teil schien endlos und voller Unwägbarkeiten zu sein. Zur Ehrenrettung: Auch in Baden-Württemberg war dies nicht anders. Es folgten Reformen und Reförmchen, am Ende wurde ein rheinland-pfälzischer Sonderweg geschaffen – 8,5 Jahre bis zum Abitur. Heute verlassen die Abiturienten an rheinland-pfälzischen Gymnasien in der Regel schon im März die Schule, während es an anderen Schultypen im Land volle neun Jahre sind. In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass es bundesweit Ansätze gab und gibt, die neun Jahre am Gymnasium auf acht volle Jahre einzudampfen. Doch zeigt die Praxis, dass unsere Gymnasien für eine gute G8Ausbildung nur in Ausnahmefällen wirklich gerüstet sind. Die Folge: übermäßige Belastung der Oberstufenschüler in allen Bereichen. Die CDU fordert nun in ihrem Antrag eine Oberstufenzeit von vollen drei Jahren und ein Ende des rheinland-pfälzischen Sonderwegs. Ausgenommen werden sollen nur die Schülerinnen und Schüler an G8Ganztagsgymnas ien. Landesweit gibt es 13 öffentliche und acht private Gymnasien, die dieses Ganztagsmodell anbieten. Hier wird die Vertiefungsarbeit nicht zu Hause geleistet, sondern direkt an den Schulen. Möglich wird das, weil die gesamte Infrastruktur stimmt, bis hin zum Mittagessen. Andere Gymnasium dagegen müssen improvisieren. Vor diesem Hintergrund ist für uns der Antrag der CDU nicht abwegig, sondern aus unserer Sicht angebracht, zumal die Verkürzung im Regelbetrieb nachweislich für keine Seite einen Mehrwert gebracht hat. Die Studiengänge fangen in aller Regel schließlich ohnehin erst mit dem Wintersemester an. (Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig: Stimmt doch gar nicht!) Ein volles 13. Schuljahr hat den Vorteil, feste Strukturen zu etablieren, landesweit eine einheitliche Terminplanung für die Abiturprüfungen an allen Schulen zu schaffen und Abiturienten vor Leerlauf zu schützen. Für uns ergibt es keinen Sinn, gerade in den 13 Jahrgangsstufen nach dem Prinzip der reinen Stoffvermittlung zu verfahren. Es geht darum, Schüler auf den Weg zu den Abschlussprüfungen besser und gezielt zu begleiten sowie die bestehende Zeit zu nutzen, um Inhalte zu verfestigen. Das kann auf dem weiteren Weg zum Studium oder in eine Ausbildung nur vorteilhaft sein. Wir stimmen daher dem Antrag der CDU zu. – Vielen Dank. (Beifall des Abg. Patrick Kunz, Gruppe FREIE WÄHLER)
