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Gordon Schnieder

CDU 03.04.2025 Sitzungen 18/85

Lesekompetenz ist wichtig!) So viel dazu. Ich finde, wenn man hier schon ehrlich diskutiert, sollte man auch bei der Wahrheit bleiben. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Ich finde, wir sehen bei dieser Diskussion, dass es gar nicht so einfach ist, sich für die eine oder die andere Seite zu entscheiden. Warum ist das so? – Weil das Thema ganz viele Facetten hat. Private Handynutzung findet nicht nur in der Schule statt. Wir wissen, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene natürlich auch am Nachmittag, am Abend und am Wochenende Handys nutzen. Wenn man davon ausgeht, dass man das Handy verbieten, die Nutzung des privaten Handys in der Schule einschränken will, dann ist das garantiert keine Lösung für die Gefahren der Digitalisierung. Ich glaube, es ist auch ganz deutlich geworden, dass wir den verantwortungsvollen Umgang mit Smartphones, mit Social Media, mit der Frage, wie viel Bildschirmzeit Kinder und Jugendliche eigentlich haben sollen, aber auch der Umstand, dass die Nutzung von Smartphones bedeutet, dass man auch partizipiert – – – Gerade für Jugendliche ist das ein Mittel, sich zu beteiligen, zu partizipieren. Ich finde, in einer Demokratie kann es nicht sein, dass man bestimmte Altersgruppen komplett von bestimmten Medien ausschließt. Das geht nicht. Ich finde auch, wenn man auf den Bundeselternrat schaut, dann sieht man, dass auch dort die Eltern eine durchaus differenzierte Betrachtungsweise haben. Sie sagen, wir brauchen mehr Medienkompetenz. Das ist das, was auch wir sagen, und zwar bei den Schülerinnen und Schülern, aber offen gestanden auch bei den Erwachsenen; denn die Eltern, die Erwachsenen sind Vorbilder. Wir sind Vorbilder. Wenn wir irgendwo einmal in ein Restaurant gehen, sehen wir regelmäßig, dass die 1 und 2Jährigen am Tisch sitzen und ein Tablet vor sich haben, während sich die Eltern im besten Fall unterhalten. Auch da kann man darüber nachdenken: Ist das eigentlich kompetente Mediennutzung, und was machen wir als Erwachsene eigentlich? Was geben wir eigentlich für ein Bild ab? Dann einfach nur damit zu reagieren und zu sagen, in der Schule dürfen die Kinder die Handys einfach nicht mehr nutzen, das halte ich für falsch. Ich finde aber auch richtig, dass sich Kinder in der Pause nicht gegenseitig WhatsApp-Nachrichten schicken sollen, sondern miteinander reden, spielen und rennen sollen. Wenn sie ein bisschen älter sind, sollen sie von mir aus irgendwo in der Ecke stehen und quatschen und nicht gegenseitig nur SMS austauschen. All das unter einen Hut zu bringen, gelingt Schulen tatsächlich schon. Kollege Thoma hat es gesagt. Ganz viele Schulen haben Nutzungskonzepte. Die erarbeiten sie zusammen mit ihren Schülerinnen und Schülern und mit den Eltern; denn Eltern haben andere Interessen als Schülerinnen und Schüler, was die Handynutzung anbelangt, und Lehrerinnen und Lehrer haben noch einmal einen anderen Blick darauf. Das alles miteinander zu diskutieren, halte ich für richtig. Da ist die Schule ein guter Ort. Da sind aber natürlich auch der Landtag und eine Anhörung gute Orte. Deshalb bin ich froh, dass die SPD-Fraktion die Anhörung macht. Wir haben auch bereits eine Anhörung von der Kultusministerkonferenz gehabt. Dort war unter anderem Professor Zierer dabei. Wir haben uns auch mit dem Thema auseinandergesetzt, und wir als Bildungsministerium – ich habe das bereits vor einiger Zeit angekündigt – werden uns auch noch einmal mit den Beteiligten zusammensetzen und fragen: Was braucht Ihr eigentlich? Braucht Ihr ein Gesetz, ein Verbot? Oder wollt Ihr vielleicht Leitplanken haben? Wollt Ihr noch einmal Unterstützung haben? Wollt Ihr Beratung in rechtlichen Fragen haben? Was brauchen wir, damit wir kompetent und vernünftig mit diesen Fragen umgehen, damit unsere Schülerinnen und Schüler lernen, wie man mit Medien, mit Handys, mit Smartphones umgeht, damit sie sich ernst genommen fühlen und damit sie dann auch die Regeln befolgen, die man sich gemeinsam gibt, und nicht einfach nur mit den Handys daddeln und schauen, wie sie Verbote umgehen können? – Das ist doch ein viel besserer Weg dazu. Ich bin froh, dass wir das Thema mittlerweile auch hier diskutieren. Wir befassen uns schon längere Zeit damit, und ich glaube, Schulen haben schon viele gute Lösungen gefunden, und wir werden weiterhin gemeinsam gute Lösungen finden. Vielen Dank. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

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