Susanne Müller
Sehr geehrter Herr Präsident, meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Wenn es hier wirklich um unsere Sicherheit ginge, würden wir endlich über reale Bedrohungen sprechen: (Vereinzelt Heiterkeit bei der AfD) über Frauen, die Angst haben, ihre Beziehungen zu beenden, weil sie fürchten müssen, umgebracht zu werden; über Gewalt und Diskriminierung, die gerade Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Migrationsgeschichte erleben; über rechte Netzwerke, die Anschläge planen; über die Gewalt gegen queere Menschen; über die Angst von People of Color oder Menschen jüdischen Glaubens, wenn sie auf der Straße offen angegangen werden; (Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Von wem werden denn die Menschen jüdischen Glaubens angegriffen? Wer greift denn die Menschen jüdischen Glaubens an?) oder über die Gewalt in Familien, die kaum Schlagzeilen macht, aber täglich Menschenleben kostet und traumatisiert. Sicherheit wird bei Ihnen nur thematisiert, wenn es in das politische Narrativ passt, wenn es Angst schürt. Wenn Sie diese Debatte und die Menschen nicht ernst nehmen, werden Sie den Opfern nicht gerecht. Es ist alles andere, aber es ist auf jeden Fall offen rassistisch. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD)
