landtag-rlp.de ↗

Susanne Müller

SPD 20.02.2025 Sitzungen 18/83

Danke, Herr Paul, das habe ich gehört. (Abg. Joachim Paul, AfD: Das sollten Sie auch! – Heiterkeit bei der AfD) Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! 361 Tötungen von Frauen, die der Gewalt ihres Mannes oder Expartners zum Opfer fiele n, 361 Femizide im Jahr 2024 in Deutschland – Tötungen von Frauen, weil sie Frauen sind. Während dieser 5 Minuten meiner Rede erleben vermutlich eine bis zwei Frauen in Deutschland häusliche Gewalt. Die Dunkelziffer ist ungleich höher; denn Angst und Scham halten Frauen oftmals davon ab, Anzeige zu erstatten. Das müssen wir ändern; denn klar ist, die Schuld liegt niemals beim Opfer, sondern immer beim Täter, meine Damen und Herren. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP sowie des Abg. Gerd Schreiner, CDU) In der Debatte um Gewalt gegen Frauen gibt es viele Faktoren, die wir heute diskutieren könnten: die Reflexion der Geschlechterrollen in der Sexualerziehung, in Erziehung und Bildung, der Einfluss der sozialen Medien oder auch die bedarfsgerechte Ausstattung unseres Hilfesystems und vieles mehr. An dieser Diskussion ist man aber seitens der AfD nicht interessiert. Die Quelle der Gewalt wird ausgelagert. Migration und Einwanderung seien schuld an der Gewalt gegen Frauen. Dieser an sich schon sehr frauenfeindliche und auch rassistische Versuch (Heiterkeit und Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD: Wahnsinn!) versucht der so wichtigen Debatte über das Recht von Frauen, nicht verletzt zu werden und keine Angst haben zu müssen, ein Ende zu setzen; denn damit findet keine Auseinandersetzung mit den tieferen gesellschaftlichen Problemstellungen statt. Wir wissen, die größte Gefahr für eine Frau ist der eigene Partner oder Expartner. (Zuruf des Abg. Peter Stuhlfauth, AfD) Für die AfD ist die Gewalt, die Frauen erleiden, nur dann relevant, wenn sie von Männern muslimischen Glaubens oder Menschen einer anderen Nationalität ausgeübt wird. Sie versuchen, das Thema „Häusliche Gewalt“ für antimuslimischen Rassismus zu gebrauchen, obwohl auch Sie es besser wissen könnten. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Für eine Frau, die Opfer wird, ist es völlig egal, welche Nationalität, Religion oder Weltanschauung die Person hat, die sie schlägt oder missbraucht; denn Gewalt hat immer dramatische Auswirkungen auf die körperliche oder auch die psychische Gesundheit und ist in allen Fällen inakzeptabel, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP –

Alle Reden von Susanne Müller Protokoll ↗