Dr. Stefanie Hubig
Entschuldigung, Frau Abgeordnete Groß, ich kann Ihnen eines sagen: Ich nehme die Lehrerinnen und Lehrer und deren Herausforderungen hier ernst. Das tue ich seit bald neun Jahren. Ich arbeite jeden Tag mit dem Bildungsministerium, mit der Schulaufsicht dafür, dass die Situation – die ist beileibe nicht einfach – in unseren Schulen für unsere Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für die Schülerinnen und Schüler und für alle, die dort arbeiten, so gut ist wie es nur irgend geht. Ich glaube, dass wir da ziemlich erfolgreich sind. Wir haben die strukturelle Unterrichtsversorgung verbessert im gesamten Land. Wir haben einen geringeren temporären Unterrichtsausfall – ich habe das gerade gesagt – im Vergleich zum letzten Schuljahr im gesamten Land. Ich habe Ihnen auch gesagt, dass wir Belastungsanzeigen und Überlastungsanzeigen – so sie denn kommen, und sie kommen nur in geringem Maß, Gott sei Dank – ernst nehmen. Ich bin viel in den Schulen. Was meinen Sie eigentlich, warum wir Dinge tun, zum Beispiel das Klassengeld einzuführen, damit Lehrkräfte weniger Verwaltungsarbeit haben? Warum überlegen wir und diskutieren mit Verbänden, mit Schulleitungen, wie wir ihnen die Arbeit erleichtern können? Warum kümmern wir uns um Statistik und diese Dinge, damit Lehrkräfte weniger Bürokratie haben? – Weil sie – ja, da bin ich bei Ihnen – zu viel Bürokratie und zu viel Verwaltung erledigen müssen. Es ist ein ständiges Arbeiten, das tun wir, und das tun wir weiterhin. Wenn Sie so tun, als würde ich Belastungsanzeigen nicht ernst nehmen: Ich wäre Ihnen schon dankbar gewesen, wenn Sie mir zugehört hätten; denn ich habe Ihnen gerade erklärt: Bildungsministerium, Schulaufsicht, wir kümmern uns darum. Wir schauen vor Ort, wie wir Abhilfe schaffen können, wo wir helfen können, wo wir unterstützen können. Nur noch einen Punkt: Wenn Sie sich hier hinstellen und sagen, in den Grundschulen seien 50 % Andersqualifizierte, dann wäre ich Ihnen schon dankbar, wenn Sie sich die Statistiken richtig ansehen und richtig zitieren. Das war PES, (Abg. Nina Klinkel, SPD: Nicht zugehört!) und das sind Andersqualifizierte, und es geht nur um Tage und oft nur um einzelne Stunden. Wenn Sie auf die ADD-Vertretungskräfte schauen, sehen Sie, dass es gerade einmal 14,5 % Andersqualifizierte sind. Die Andersqualifizierten sind zum Beispiel Erzieherinnen und Erzieher, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten. Ich finde, auch das gehört zur Wahrheit. Danke, dass Sie mir auf die Art und Weise noch einmal die Gelegenheit gegeben haben, das richtigzustellen. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)
