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Jennifer Groß

CDU 20.02.2025 Sitzungen 18/83

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr verehrte Damen und Herren! Unser Bildungssystem ist das Fundament für die Zukunft unserer Kinder, für die Zukunft unseres Landes. Doch wer ein stabiles Haus bauen will, weiß, dass es auch ein solides Fundament braucht, und genau hier gibt es in RheinlandPfalz erhebliche Risse. Unsere Lehrkräfte sind überlastet, die Schulen kämpfen mit Personalmangel. Die Bildungsqualität steht einmal mehr auf dem Spiel. (Beifall der CDU) Was brauchen wir also so nötig? – Richtig, endlich bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen für unsere Lehrkräfte. Lassen Sie mich eines ganz deutlich sagen: Die Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen, das gesamte pädagogische Personal, sie leisten tagtäglich Großartiges. Sie unterrichten, sie fördern, sie integrieren, sie erziehen, und das unter teils wirklich katastrophalen Bedingungen. Sie stoßen dabei auch an ihre Grenzen. Die wachsende Zahl an Verwaltungsaufgaben, die zunehmende Heterogenität in den Klassenzimmern, der massive Lehrermangel – das alles setzt ihnen zu. Hinzu kommen stets neue Aufgaben, fordernde Elternkommunikation, zahlreiche Verordnungen, eine zunehmende Gewalt gegen Lehrkräfte, zu große Klassen, schlechte Deutschkenntnisse bei Schülern, deutlich mehr auffällige Schülerinnen und Schüler, mehr Konferenzen, Digitalisierung, Inklusion. Das normale Unterrichten, das normale Kind, das einzelne Kind kommt dabei zu kurz, und das ist definitiv nicht unsere Vorstellung von gelingender Bildungspolitik. (Beifall der CDU) Dass sich das Berufsbild des Lehrers verändert hat, wissen wir alle. Was sich aber leider nicht verändert hat, sind die mangelnde personelle Ausstattung an unseren Schulen, die mangelnde Wertschätzung, die überbordende Bürokratie, unausgegorene Programme, der flächendeckende Mainzer Projektismus statt Pragmatismus und Vertrauen. Keine Schaufensterprojekte mehr an einzelnen ausgewählten Schulen in unserem Land, sondern es braucht flächendeckend gute und gelingende Bildung! (Beifall der CDU) Unsere Große Anfrage zum Personalmanagement im Rahmen Erweiterter Selbstständigkeit von Schulen und Vertretungsverträgen als Methoden der Unterrichtsregulierung und die Antwort der Landesregierung zeugen von jahrelangem bewusstem Missmanagement in der Bildungspolitik. (Beifall der CDU – Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) Nehmen wir als Beispiel die Grundschulen. Allein in den Grundschulen ist der Anteil an Vertretungskräften ohne pädagogische Qualifikation in den letzten zehn Jahren von 27,7 % auf knapp 50 % gestiegen. Die Hälfte aller Vertretungslehrkräfte hat keine pädagogische Qualifikation. (Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig: Nein, hat kein zweites Staatsexamen!) Nur noch 15 % der Vertretungskräfte an unseren Grundschulen haben ein erstes oder ein zweites Staatsexamen, Tendenz in den letzten Jahren sinkend. (Zuruf des Abg. Sven Teuber, SPD) Förderschüler, sie sind eine ganz besondere, eine sehr vulnerable Gruppe. Trotzdem hat auch hier fast die Hälfte der Vertretungskräfte keinerlei Lehramtsqualifikation. Bei den Realschulen plus ist die Zahl ebenso deutlich: ein Absinken von 3 6,4 auf 11 % bei den Vertretungskräften mit erstem oder zweitem Staatsexamen. Ich kann die Zahlen weiterführen, ob für die berufsbildenden Schulen, die IGS, Gymnasien, es ist schlicht und einfach nicht hinnehmbar. Bei der BBS hat nur jede dritte Vertretungslehrkraft eine Qualifikation und eine Befähigung für das Lehramt. Das sind alarmierende Zahlen. Jedes Kind verdient bestmögliche Bildung, und unsere Lehrkräfte verdienen bestmögliche Arbeits- und Rahmenbedingungen. (Beifall der CDU) In der Antwort zu den Regulierungsmethoden spricht die Landesregierung von anders qualifizierten Lehrkräften. – Anderer Name, gleiches Bild. An den Grundschulen hat sich seit dem Schuljahr 2018/19 bis zum Schuljahr 2023/24, also in vier Jahren, genau diese Zahl mit dem Faktor 12 vervielfacht. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der an PES teilnehmenden Schulen um das 1,8Fache gesteigert. Mehr Schulen gleich mehr anders qualifizierte Lehrkräfte, diese Erklärung funktioniert nicht. Ähnliche Steigerungen haben wir auch bei anderen Schularten. Ein Beispiel noch: bei den Realschulen plus ein Plus von 766 % in vier Jahren. Die Anzahl der Schulen ist dabei sogar leicht gesunken. (Zuruf des Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –

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