Daniela Schmitt
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Lassen Sie mich vorwegsagen, herzlichen Dank an den Kollegen Herrn Wink, an Kollegen Herrn Dr. Martin für die leidenschaftliche, aber auch gleichzeitig seriöse Analyse dieses vorliegenden Antrags, der in der Tat eine sehr diffuse Ansammlung verschiedener Projekte beinhaltet. (Zuruf des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) Liebe Kolleginnen und Kollegen, selbstverständlich will ich als Wirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz erst noch einmal die Bedeutung des Handwerks einordnen. Das Handwerk ist selbstverständlich das Rückgrat der Wirtschaft. Das Handwerk ist das Rückgrat der Gesellschaft, insbesondere im ländlichen Raum, in dem viele Arbeitsplätze und insbesondere auch Ausbildungsplätze für junge Menschen gestellt werden, in dem sie den Beginn ihres Berufswegs starten können. Ich will aber auch für das unternehmerische Engagement von Handwerkerinnen und Handwerkern Danke sagen, weil es oft über den eigenen Betrieb hinausgeht. Da ist es gesellschaftliches Engagement. Wenn die Kita ein neues Klettergerüst braucht, dann ist es der Handwerker, der noch ein Sponsoring macht, oder wenn die Fußballmannschaft einen neuen Satz Trikots braucht, dann ist es auch der Handwerker vor Ort. Dafür herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Ich will in aller Kürze zur konjunkturellen Lage des Handwerks sagen, bei aller verhaltenen Stimmung sind die Daten dennoch stabil. Das ist auch wichtig einzuordnen. Bei manchen Herausforderungen für einige Gewerke gibt es genauso andere Gewerke, die im Moment extrem boomen und extrem wachsen. Deswegen haben wir bei den Unternehmensentwicklungen eine deutliche Steigerung bei der Zahl der Unternehmen und genauso bei der Umsatzentwicklung ein deutliches Wachstum. Ich will es einfach noch einmal vergegenwärtigen: in den letzten vier Jahren von 31 Millionen auf 38 Milliarden Euro – eine deutliche Steigerung. Das ist ein gutes Zeichen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben gestern bei dem wirtschaftspolitischen Antrag über Bundes- und Europathemen gesprochen, aber was wir in Rheinland-Pfalz tun können, das tun wir. Selbstverständlich will ich erstens etwas über das Thema „Gleichwertigkeit der beruflichen wie der akademischen Bildung“ sagen. Es war richtig, dass wir in Rheinland-Pfalz den Meisterbonus eingeführt haben und wir ihn fortlaufend weiterentwickeln. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Es war richtig, dass wir die Berufsorientierung steigern und ständig attraktiver machen. Ich bin meiner Kollegin Stefanie Hubig sehr dankbar, dass wir heute Morgen über die neu eingeführte Praktikumswoche gesprochen haben: eine tolle Möglichkeit für junge Menschen, aber auch Betriebe, sich zu beschnuppern und zu schauen, passen wir zusammen, und dann die nächsten Schritte zu gehen. Es gibt die Feriencamps und viele Projekte darüber hinaus. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Viele weitere Projekte darüber hinaus: Wir können auch junge Menschen in der Ausbildung nicht verlieren. Deswegen haben wir mit den Ausbildungscoaches ein Projekt, um gerade dann, wenn es einmal hakt und hapert, niemanden zu verlieren, sondern unter die Arme zu greifen. Wir haben unsere überbetrieblichen Bildungseinrichtungen. Im Jahr 2026 werden wir die Mittel auf 3,9 Millionen Euro erhöhen. Auch das ist ein Bekenntnis zum Handwerksstandort Rheinland-Pfalz. Da bin ich dankbar, dass wir diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Liebe Kolleginnen und Kollegen, Sie haben in diesem Antrag das Thema „Innovation“ aufgegriffen. Wir verfolgen in den letzten Jahren das Thema „Zukunftsfähigkeit des Handwerks“. Wir bringen die Wissenschaft mit der Wirtschaft zusammen. Wir haben in der Innovationsagentur spannende Projekte explizit fürs Handwerk mit vielen Fördermöglichkeiten unterlegt. Das sind die Dinge, um die Betriebe zukunftsfit zu machen. Das flankieren wir mit dem Mittelstand-Digital Zentrum. Der eine oder andere, der sich mit Handwerkspolitik näher beschäftigt, kennt den Kollegen Krause: tolle Projekte, die den Unternehmen konkret helfen. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich will über ein Thema sprechen, das mir besonders am Herzen liegt. Wir machen nämlich zusammen mit vielen Handwerksbetrieben und den Handwerkskammern wahnsinnig tolle Projekte, um qualifizierte junge Menschen nach Deutschland zu holen. Wir haben Projekte mit unserem Partnerland Ruanda. Wir haben Projekte – lieber Herr Ministerpräsident, wir durften letzte Woche in Trier davon erfahren –, bei denen sich junge Menschen aus Nepal auf den Weg machen, hierherzukommen und genau das zu unterstützen. Das ist auch die Handschrift der Handwerkerinnen und Handwerker in Rheinland-Pfalz: eine große Weltoffenheit, eine Herzlichkeit, eine Willkommenskultur. Darauf sind wir stolz. (Beifall bei der FDP, bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 9 0/DIE GRÜNEN) Selbstverständlich reihen sich diese Projekte in eine europafreundliche Herangehensweise mit unserem Handwerk ein – ich will einmal stichwortartig Erasmus+ sagen –, damit junge Menschen, die hier eine Ausbildung gemacht haben und in Europa ihre Fähigkeiten erweitern, zurückkommen und auch wieder schauen, wie man hier vielleicht in eine Selbstständigkeit oder darüber hinaus gehen kann. Deswegen lassen Sie mich zum Schluss kommen. Ich bin Kollegen Wink noch einmal für das leidenschaftliche Plädoyer dankbar; denn am Schluss ist das größte Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland die Wirtschaftspolitik der AfD. Danke schön. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
