Hendrik Hering
Für die Gruppe FREIE WÄHLER spricht Abgeordneter Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Der Waldzustandsbericht 2024 offenbart uns, dass ein Jahr mit saisonal zufriedenstellenden Niederschlägen nichts am deprimierenden Zustand unserer Wälder geändert hat. Bereits im Vorwort wird auf ein weiter angestiegenes Schadenniveau hingewiesen. Der Bericht zeigt unter anderem, dass die Übersäuerung von Böden weiterhin ein großes Thema sein wird. Das vergangene Jahr hat für unsere Vegetation alles andere als optimal begonnen. Exemplarisch seien die zumindest lokal schlimmen Folgen des Spätfrostes am 22. und 23. April 2024 und der zu warme Spätwinter 2024 genannt, der vor allem Laubbäume stark getroffen hat. Wir kennen dies bereits aus dem Ausschuss für Landwirtschaft im Zusammenhang mit den gravierenden Verlusten für unsere Bauern und Winzer. Ich denke, dass wir alle gemeinsam das Bestmögliche für den Erhalt unserer Wälder, unserer Lebensgrundlage, tun wollen. Das ist kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Frage der Daseinsvorsorge. Leidet der Wald, wird auch die Luftqualität beeinträchtigt, und nicht nur das. Die Folgen für den Wasserhaushalt können verheerend sein. Es sei auch darauf hingewiesen, dass unsere Wasserversorgung in den vergangenen Jahren, gerade in den Höhenlagen, stark gelitten hat, weil die Grundwasserneubildung dort beeinträchtigt ist. Wir sehen also, es geht nicht nur um den Wald, sondern um ein hoch komplexes System, dessen Überleben auch unser eigenes Leben und Überleben sichert. Wir müssen wahrscheinlich auch in Zukunft mit länger anhaltenden Trockenphasen rechnen, deren Folgen dann mit größeren Niederschlagsmengen durch die Natur kompensiert werden könnten. Der Waldzustandsbericht nennt einen alarmierenden Trend. Von den vergangenen sieben Jahren waren fünf durch ausgeprägte Trockenphasen in der Vegetationsperiode gekennzeichnet. Was ist also zu tun? – Bekanntlich arbeiten unsere Forstverwaltungen an Generationsmaßnahmen, beispielsweise an Aufzucht und Hege resistenter Baumarten, die traditionelle Baumarten ergänzen sollen. Doch damit allein ist es längst nicht getan. So müssen wir bei den Vorbereitungen gewerblicher und privater Bauprojekte künftig noch stärker als bisher an das Thema „Bodenversiegelung“ denken. Das gilt selbstverständlich auch für die Planung von Windparks und vor allem für Solarfelder. Mein Fazit: Wir haben in den Ausschüssen noch viel Gesprächs- und Handlungsbedarf. Lassen Sie uns gemeinsam parteiübergreifend für die Zukunft unserer Nachkommen arbeiten. Ich bin zuversichtlich, dass unser Wald auch unsere Urenkel noch mit Sauerstoff versorgen wird. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER)
