Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist für mich eine große Ehre, auch in diesem Jahr wieder zum Waldzustandsbericht reden zu dürfen. Im Gegensatz zu dem einen oder anderen Vorredner bin ich der festen Überzeugung, dass wir den Wald noch nicht beerdigen müssen, sondern dass der Wald in der Natur, in unserem Umweltbewusstsein die Kraft hat, die Herausforderung aus sich selbst heraus zu meistern. Wenn ich einfach einmal in der Historie nachschaue bzw. überlege, was in den letzten Jahren zum Thema „Waldzustandsbericht“ drinstand und was aktuell von den Vorrednern dazu gesagt worden ist, dann wiederholt sich sehr vieles. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über die Leistungen des Waldes reden – wobei wir zunächst einmal grundsätzlich zwischen Privatwald, Kommunalwald und Staatswald unterscheiden müssen –, dann sind es sehr vielfältige Leistungen, die der Wald in Rheinland-Pfalz und in Deutschland erbringt. Eine dieser vielfältigen Leistungen, die der Wald auch in der Historie immer erbracht hat, war, dass er ein Wirtschaftswald war, ein Wirtschaftswald durch Nutzung regenerativer Energien, in der heutigen Zeit aber auch durch Nutzung von Nutzholz, die auch in Rheinland-Pfalz dazu geführt hat, dass wir eine Sägeindustrie haben, die ihresgleichen sucht. Bayern und Baden-Württemberg sind vom Potenzial her vergleichbar. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben aber eine Sägeindustrie in RheinlandPfalz, die auch künftig Wirtschaftswald benötigt. Wenn man das aus dem Waldzustandsbericht als Erhebung messen bzw. als Analyse debattieren kann, werden wir auch künftig Wirtschaftswald benötigen. Wir werden Fichten und Douglasien brauchen, um die Dinge anzusprechen, die dazu führen, dass wir in der Bauindustrie Nutzholz haben und dementsprechend Gebäude im Kommunal-, Landes- und Privatbau weiter fördern können. Meine sehr geehrten Damen und Herren, von dem einen Redner wurde ein bisschen suggeriert, dass vielleicht Nutzholz in der Bauindustrie nicht verwendet wird. Ich konnte bei uns im Landkreis im Dezember erleben, dass ein privater Investor mit Förderung des Landes im sozialen Wohnungsbau in Holzbauweise vier Sozialwohnungen errichtet hat, eine Bautätigkeit, die es durch die Förderung des Landes Rheinland-Pfalz ermöglicht hat, es kostenmäßig umzusetzen. Das sind die Wege, die dem Wald helfen, die Kosten, die dort anfallen, zu erwirtschaften. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir über den Wald reden, dann reden wir auch über Umweltleistungen. Wir reden über Umweltleistungen, die man auch anders honorieren könnte, als dies aktuell geschieht. Wir haben in der Vergangenheit vonseiten des Landes Rheinland-Pfalz Honorierungen in Fördermaßnahmen gehabt. Wir haben auch von Bundesseite Fördermaßnahmen auf den Weg gebracht. Heute ist aber eine Zahl genannt worden, und zwar die CO -Leistung des Waldes. Auf der anderen Seite haben wir eine CO -Bepreisung von Energieträgern. Wenn wir über Leistungen und Aufwendungen reden, dann müsste es doch vom Verständnis her eine Diskussion wert sein, an die Waldbauern diese CO -Erhebung im Umlagesystem des Steuersystems im Ansatz auch wieder zurückzuführen; denn diese CO -Leistung wird erbracht, indem der Wald genutzt wird und da ist. Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn ich über den Waldzustandsbericht rede, komme ich nicht umhin, auch über Wald und Wild zu reden. Der Wald hat nicht nur Schwierigkeiten von Trockenjahren. In den letzten zwei Jahren reden wir nicht von Trockenjahren, sondern von immensen Nässeschwierigkeiten bei der Bewirtschaftung des Waldes, sodass aufgrund der vielen Nässe der Wald nicht so bewirtschaftet werden konnte, wie es bedurft hätte. Wir reden aber über ein Konkurrenzverhalten des Wildes im Wald. Wenn man sich die Abschusszahlen der Jägerschaft in den letzten Jahren bzw. der letzten zehn Jahre anschaut, dann haben wir beim Rehwild, beim Rotwild, beim Schwarzwild, aber hauptsächlich bei Reh- und Rotwild immer steigende Zahlen. Das wäre nicht zu erreichen, wenn das Wild nicht vorhanden wäre. Wenn wir über den naturnahen Waldumbau reden, ohne menschliche Schutzmaßnahmen – ob es die Plastikhülle ist, ob es ein Zaun ist, der das Wild abhält –, wenn wir über naturnahen Waldumbau reden, dann reden wir stellenweise auch über das Thema der Wildbewirtschaftung. Wir haben heute noch die Möglichkeit, bei einem weiteren Tagesordnungspunkt darüber zu reden. Eines ist mir aber noch wichtig. Wald ist ein lokaler Energieträger, der meiner Meinung nach noch nicht ausreichend genutzt wird. Wir haben heute über die Wärmeplanung gesprochen. Wald kann gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz lokal mit Anlagen dazu beitragen, (Glocke des Präsidenten) lokal bezahlbare Energie zu erwirtschaften. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
