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Nico Steinbach

SPD 30.01.2025 Sitzungen 18/81

Vielen Dank, Herr Präsident. – Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir sprechen heute über den Waldzustandsbericht 2024. Auch der letztjährige Waldzustandsbericht zeigt, unser Wald ist in einem alarmierenden Zustand. Die Schäden nehmen leider immer weiter zu. Eine Erholung ist nicht in Sicht. Besonders betroffen bzw. besonders im Fokus standen im letzten Jahr die Buchen und die Eichen, deren Gesundheitszustand sich erneut deutlich verschlechtert hat. Trotz ausreichender Niederschläge war das Jahr 2024 zu warm, was zusammen mit Spätfrösten und Schädlingen wie zum Beispiel den rindenbrütenden Käfern die Situation weiter verschärft hat. Was sind die Ursachen und die Herausforderungen? Rheinland-Pfalz, unser Bundesland, ist mit einer Temperaturerhöhung von 1,7 Grad C im Vergleich zu früheren Jahrhunderten stark vom Klimawandel betroffen. Zudem bleiben Luftschadstoffe ein Problem. Während Schwefeleinträge reduziert wurden, belasten weiterhin hohe Stickstoffwerte die Waldböden und beeinträchtigen deren Säurehaushalt. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Gesundheit der Bäume, sondern auch auf die Trinkwasserqualität und die Stabilität des gesamten Ökosystems. Deswegen sind weiterhin notwendige Maßnahmen zu benennen, die angesichts dieser alarmierenden Entwicklung dringend durchgeführt werden müssen. Erstens ist es weiterhin unabdingbar, den Klimaschutz zu intensivieren; denn der Bericht macht deutlich, dass ein entschlossener Klimaschutz notwendig ist, um unseren Wäldern eine Zukunft zu sichern. Zweitens muss die Luftreinhaltung weiterhin eine hohe Priorität haben; denn Stickstoffeinträge müssen weiter reduziert werden, um die Bodenversauerung und damit verbundene negativen Folgen einzudämmen. Außerdem sei der Waldumbau genannt. Dieser muss weiterhin forciert werden; denn widerstandsfähige Mischwälder sind der Schlüssel zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu gehören gezielte Bodenschutzmaßnahmen weiterhin, zum Beispiel die Bodenschutzkalkung. Außerdem sind weiterhin die Forschung und ein Monitoring fortzusetzen, was unsere Landesforstverwaltung mit der Forschungsanstalt auf einem äußerst hohen und wissenschaftlichen Niveau durchführt. Hier brauchen wir weiterhin langfristige Beobachtungen und wissenschaftliche Analysen, um entsprechend effektive Gegenstrategien zu entwickeln. Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, unser Wald hat dieses Jahr bzw. letztes Jahr – ich springe immer mit den Jahren, wir sprechen hier über 2024 – einen besonderen Titel errungen, nämlich mit seinem Boden gab es den Titel „Boden des Jahres“. Der Waldboden ist also der Boden des Jahres 2024. Was sich vielleicht ein bisschen lustig anhört, ist ganz ernst und seriös gemeint; denn ich habe es gerade schon einmal erwähnt, der Waldboden ist für unser Ökosystem und zum Beispiel auch unser Trinkwasser extrem wichtig und lenkt damit zu Recht den Blick auf die zentrale Bedeutung für das Ökosystem Wald, nämlich die Erforderlichkeit eines gesunden Waldbodens. Er ist nicht nur Lebensraum für viele Tierarten, sondern auch Wasserspeicher und essenziell für die Nährstoffversorgung unserer Bäume. Die Belastung durch die versauernden Böden, durch die Schadstoffe, die ich angeführt habe, bedroht weiterhin die Funktion unseres Waldes. Deswegen möchte ich abschließend appellieren, dass wir unseren Wald und unser Klima weiterhin mit hoher Priorität und Sensibilität schützen müssen, damit wir es hoffentlich irgendwann einmal erleben, dass der Waldzustandsbericht nicht jedes Jahr leider schlechtere Bilanzen aufweist, was den Erhaltungszustand angeht, sondern wir auch positive Zahlen und eine Trendwende vermelden können. Das wäre natürlich unser aller Ziel. Vielen Dank. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

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