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Hendrik Hering

30.01.2025 Sitzungen 18/81

Jetzt spricht Abgeordneter Schwab für die Gruppe FREIE WÄHLER. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Der im Antrag der Ampelkoalition angesprochene Fachkräftemangel ist, zumindest in Teilen, hausgemacht. Er kann derzeit selbst mit den besten, häufig schon bestehenden Förderprogrammen allein nicht behoben werden. Jährlich verlassen Zehntausende gut qualifizierte junge Fachkräfte Deutschland, weil sie in ihrer Heimat keine Perspektive sehen. Drohende Massenentlassungen infolge der Wirtschaftskrise, aus ihrer Sicht unzureichende Löhne und die Abgabenlast sind ihre Argumente. Allgemeiner Niedergang, schlechte Entwicklungsmöglichkeiten, die zunehmend gedrückt aggressive Stimmung und die ideologische Verbissenheit in Deutschland werden ebenfalls genannt, die den Glauben an eine günstige Zukunftsentwicklung schwinden lassen. Das Hauptproblem ist jedoch, dass junge Menschen heutzutage oft gar nicht mehr in der Lage sind, unsere gut entwickelten Bildungs- und Beratungsmöglichkeiten sowie die Durchlässigkeit der Systeme zu nutzen. Es fehlen Kernkompetenzen. Schwächen beim Lesen, Schreiben und Rechnen können, wenn überhaupt, nur mit hohem Aufwand behoben werden. Die Folge: In Betrieben wird zunehmend über die fehlende Ausbildungsfähigkeit junger Menschen geklagt. Lassen Sie mich noch ergänzen, dass eine wilde Digitalisierung schon im Kindesalter mehr Nachteile als Nutzen bringt. Schulen und Unternehmen sind keine Reparaturbetriebe. Lehrer und Ausbilder sind keine Magier, die die Probleme, die im Elternhaus und im sozialen Umfeld entstanden sind, wegzaubern. Ein Anfang wäre, Lerninhalte, vor allem in der Mathematik, noch praxisnaher zu gestalten, damit Kinder und Jugendliche früh motiviert werden, Eigeninitiative zu entwickeln. Die von der CDU vorgeschlagenen Trainingstage in den Sommerferien könnten ein weiterer Baustein hierzu sein. Wir unterstützen die Forderung der Ampelfraktionen, das Thema „Berufsorientierung“ schon frühestmöglich in die Lehrpläne zu integrieren. Auch wir forderten dies bereits. Ob dafür tatsächlich ein Qualitätssiegel erforderlich ist, wage ich zu bezweifeln. Das Letzte, was wir brauchen, sind weitere Dokumentations- und Zertifizierungsorg ien. Wir wollen Bürokratie abbauen, keine neue hinzufügen. Den geforderten Ausbau der inklusiven Beschulung sehen wir ebenfalls kritisch. Multiprofessionelle Teams sind zwar sinnvoll, doch können auch sie nicht verhindern, dass Schwächere auf der Strecke bleiben, Stärkere sich langweilen und wertvolle Potenziale so unerschlossen bleiben. Wir wollen nicht, dass die Förderschulen, die gute Arbeit bis hin zur beruflichen Integration leisten, durch die Ampel weiter ins Abseits geraten. Herr Köbler, wer in der Förderschule keinen Abschluss erreichen kann, ist gesichert in der Regelschule überfordert. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER –

Protokoll ↗