Marco Weber
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und zur wirtschaftlichen Zukunft unseres Landes. Unser Ziel als Freie Demokraten ist klar. Jedes Kind und jeder Jugendliche in Rheinland-Pfalz soll die bestmöglichen Chancen auf einen erfolgreichen Schulabschluss und einen gelungenen Start ins Berufsleben haben. Wir wollen und dürfen kein Talent ungenutzt lassen. Der Fachkräftemangel zieht sich durch nahezu alle Branchen, und der demografische Wandel macht es umso dringlicher, jungen Menschen frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen. Deshalb setzen wir auf eine gezielte berufliche Orientierung, praxisnah und kontinuierlich über die gesamte Schullaufbahn. (Beifall der FDP, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig erfahren, welche Möglichkeiten sie haben, welche Stärken sie mitbringen und welche Wege ihnen offenstehen. Die Landesregierung hat bereits einige wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, von der Berufs- und Studienorientierung über digitale Angebote bis hin zu gezielten Unterstützungsprogrammen für Jugendliche ohne Abschluss. Mit dem vorliegenden Antrag bauen wir auf den bisherigen Maßnahmen auf. (Abg. Martin Haller, SPD: So sieht’s aus!) Wir Freien Demokraten setzen dabei auf drei zentrale Verbesserungen. Erstens bringen wir mehr Praxis in die Schule. Berufspraktika werden fester Bestandteil der Schullaufbahn, und Betriebe sollen noch stärker in den Unterricht eingebunden werden. Nur wenn Schülerinnen und Schüler Berufe real erleben, können sie eine fundierte Entscheidung über ihren eigenen Weg treffen. Hier gilt für uns ganz klar, akademische und berufliche Bildung sind gleichwertig. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der Gruppe FREIE WÄHLER) Eine duale Ausbildung bietet genauso viele Entwicklungschancen wie ein Studium. Wir werden jungen Menschen diese Option frühzeitig aufzeigen. Zweitens wollen wir Freien Demokraten die Datenerfassung und Datenweitergabe verbessern. Mit dem eingeführten Datenaustausch zwischen den Schulen und der Agentur für Arbeit gehen wir bereits einen wichtigen Schritt, um Jugendlichen ohne Anschlussoption gezielt Berufsangebote machen zu können. Das werden wir weiter ausbauen. Doch dafür brauchen wir mehr. Ein Forschungsdatengesetz auf Bundesebene muss sicherstellen, dass Bildungsdaten sinnvoll genutzt werden können, um wirksame Maßnahmen zur Berufsorientierung und Fachkräftesicherung zu entwickeln. Wir wissen derzeit schlicht zu wenig, um Angebote zielgerichtet und wirksam zu gestalten. Wir werden bei der nächsten Bundesregierung darauf drängen, ein solches Gesetz auf den Weg zu bringen. Drittens werden wir unsere Lehrkräfte stärker bei der Berufsorientierung einbinden und unterstützen. Wir bauen Fort- und Weiterbildungsprogramme gezielt aus, um die Lehrkräfte in diesem Bereich zu stärken. Gleichzeitig werden wir die Einbindung von externen Akteuren und multiprofessionellen Teams bei der Berufsorientierung verbessern. Unsere Lehrkräfte sind es, die berufliche Orientierung im Alltag vermitteln, aber sie müssen dafür auch die richtigen Werkzeuge haben. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe bei den Redebeiträgen der Opposition verstanden, dass man diesen Antrag für gut befindet, obwohl das Wort „gut“ nicht ausgesprochen worden ist. Ich habe auch den Alternativantrag der CDU gelesen. Was ich bei den Redebeiträgen der Opposition vermisst habe, ist, dass man nicht nur bei dem Antrag, den man selbst als Alternativantrag eingebracht hat – nicht nur mit vielen Dingen, die im Ausschuss für Bildung und hier im Plenarsaal schon öfters diskutiert worden sind –, sondern auch bei dem Ausgangsantrag der regierungstragenden Fraktionen, wenn man die Dinge für gut befindet, dies vielleicht auch einmal aussprechen kann. Meine sehr geehrten Damen und Herren, gerade die berufliche Bildung und die beruflichen Praktika im Schulalltag weiter auszubauen, sind Dinge – da spreche ich auch aus eigener beruflicher Erfahrung heraus –, die den Schülerinnen und Schülern, aber auch den Lehrerinnen und Lehrern für die berufliche Weiterentwicklung, aber auch für die Zukunft ihres Berufslebens das mitgeben und sie herausfinden lassen, welche Eignung und welche Persönlichkeit mit ihrem Beruf künftig verbunden werden. Ich gebe Kollegen Köbler in dem Punkt recht, dass der Berufsalltag und das Berufsleben in Zukunft nicht mit 40 Jahren an einer Arbeitsstelle mit einer Herausforderung definiert sein werden, sondern das berufliche Leben künftig sehr vielfältig sein kann. Das sind die Dinge, die wir in der Schule begleiten müssen, um den Schülerinnen zu vermitteln, dass es nicht 40 Jahre der eine Beruf sein kann und wird, sondern es in Zukunft viele Möglichkeiten gibt, die der Arbeitsmarkt ihnen bietet und dass die berufliche Weiterbildung dazu beiträgt. Vielen Dank. (Beifall der FDP, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)
