Matthias Lammert
Kurze Irritation, weil die Uhr aus technischen Problemen nicht exakt gestartet ist, aber wir haben großzügig zugegeben. Lieber Kollege Marco Weber, Ihre Botschaft ist, glaube ich, in vollem Umfang angekommen. Wir haben noch kurz Gäste zu begrüßen, bevor hier der Wechsel aufgrund der Debatte ist, und zwar vom CJD Worms. Herzlich willkommen bei uns im Landtag! (Beifall im Hause) Nächster Redner für die Gruppe FREIE WÄHLER ist Kollege Helge Schwab. Abg. Helge Schwab, Gruppe FREIE WÄHLER: Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf werden in der Gemeinschaftsaufgabe einer guten frühkindlichen Bildung und Betreuung auch die Träger in ihren Aufgaben entlastet, welche ihnen qua Gesetz übertragen worden sind. Der Gesetzentwurf beinhaltet als Schwerpunkt zum einen die Baukostenbeteiligung analog zu den Kreisjugendämtern in Höhe von jeweils 40 %, auch zum Bau von notwendigen Schlaf- und Essensräumen sowie dringender Sanierungen, eine wie ich finde faire Entlastung unserer Kitaträger und somit eine Entlastung unserer Kommunen, Stichwort „Konnexität“. Der zweite Schwerpunkt ist die Verbesserung der Personalausstattung, welche ich ebenfalls ausdrücklich begrüße. In den Fokus rücke ich hier die additive gezielte Sprachförderung durch die Wiedereinführung von Sprachförderkräften. Dieser Eintrag in die Gesetzesänderung greift die bekannte Forderung der FREIEN WÄHLER nach individueller Sprachförderung auf. Die alltagsintegrierte Sprachförderung kann nämlich auch bei bestem Willen nicht die entstandenen Sprachförderlücken schließen. Die Verbesserung der Kind-Fachkraft-Quote führt grundsätzlich zu einem Personalaufwuchs bei der täglichen Betreuung. Sie sichert somit Qualität und Zuverlässigkeit für unsere Kinder und ihre Familien. Eine gute Kita braucht auch eine gute Leitung, und diese benötigt ausreichend Zeit der Freistellung für diese Aufgabe. Auch hier führt der Aufwuchs zu einer Entlastung. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wäre es wichtig, mehr pädagogisches Fachpersonal ausbilden zu können. Hierzu werden mehr Schulplätze und eine Erhöhung der VZÄ pro Auszubildender benötigt. Dadurch werden Freiraum, Wertschätzung und Anreiz geschaffen. In unseren Kitas wird seit Jahren engagiert wertvolle und unverzichtbare Arbeit geleistet. Kitas sind frühkindliche Bildungseinrichtungen, und dies nicht erst seit Gräfenau. Vergleichbare Kitastandards mit einer guten Vorschule und gezielter Sprachförderung ermöglichen Bildungsgerechtigkeit und die Chance auf einen positiven Schulstart. Mutig hätte man folgerichtig beim Thema „Vorschule“ auch dem Wahlprogramm der Freien Wähler folgen müssen. So bleibt es in Bezug auf Pflicht bei einem beratenden Soll. Lassen Sie mich zum Abschluss noch etwas zur Kindertagespflege anmerken. Sie leistet seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Betreuung und Förderung unserer Kinder. Eine echte Wahlfreiheit kann und wird es nur geben, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen der Kindertagespflege angeglichen werden. (Beifall der Abg. Anette Moesta, CDU) Die FREIEN WÄHLER können dem vorliegenden Gesetzentwurf derzeit folgen. Vielen Dank. (Beifall der Gruppe FREIE WÄHLER und der CDU)
